Nach der gescheiterten Übernahme der Deutschen Wohnen halten sich die Kosten beim Bochumer Immobilienkonzern Vonovia nach eigenen Angaben in Grenzen. Quelle: imago images/Jürgen Ritter

Vonovia nach gescheiterter Übernahme: Banken gehen leer aus

Düsseldorf. Die meisten Kosten entstünden erst, wenn ein Geschäft vollzogen sei, sagte Vorstandschef Rolf Buch dem „Handelsblatt“. „Die Banken werden beispielsweise erfolgsabhängig bezahlt - die bekommen jetzt also gar nichts.“ Zudem seien die von Vonovia gekauften Deutsche-Wohnen-Anteile mehr wert als sie der Konzern im Buch stehen habe, sagte der Manager. „Der finanzielle Schaden für Vonovia dürfte sich also in Grenzen halten.“

Vonovia konnte sich nicht genug Aktien sichern

Europas größter Immobilienkonzern wollte die Deutsche Wohnen aus Berlin für 18 Milliarden Euro übernehmen und so mit der Nummer 2 der Branche zusammengehen. Deutsche-Wohnen-Chef Michael Zahn sollte Buchs Stellvertreter werden. Am Freitag wurde aber bekannt, dass sich Vonovia voraussichtlich nicht die nötigen 50 Prozent der Aktien sichern konnte. „Natürlich ist das ärgerlich, und natürlich tut das weh - und gemeinsam wären die Firmen stärker als alleine gewesen“, sagte Buch nun. Aber Vonovia habe auch allein Qualitäten. Es gebe andere Möglichkeiten zu wachsen.

Der Chef des Dax-Konzerns führte das Scheitern auf Hedgefonds zurück, die sich erst in letzter Minute entscheiden. Die Anzahl ihrer angebotenen Deutsche-Wohnen-Aktien sei zu gering gewesen. „Das war die Krux der ganzen Transaktion: Dass alle sich so sicher waren. Da haben einige zu hoch gepokert.“ Jeder wolle möglichst wenig beitragen und hoffe, dass er für die nicht angedienten Aktien mehr bekomme. „Da hat sich offenbar jemand verrechnet.“

RND/dpa