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Trotz der aktuell hohen Inflation sollen die Zinsen laut EZB nicht angehoben werden. Quelle: Daniel Karmann/dpa

EZB-Ratsmitglied: Kein Grund für Zinserhöhung im nächsten Jahr

Paris/Frankfurt. Das französische Ratsmitglied der Europäischen Zentralbank (EZB), Francois Villeroy de Galhau, erwartet trotz der aktuellen hohen Inflation keine baldige Zinserhöhung in der Eurozone. Es gebe keinen Grund, im nächsten Jahr die Zinsen anzuheben.

Das sagte Villeroy am Dienstag dem Radiosender „France Info“. Der Präsident der französischen Zentralbank geht nach wie vor davon aus, dass die derzeit hohe Inflation eine vorübergehende Erscheinung sei und dass die Inflationsrate bis Ende 2022 wieder unter zwei Prozent sinken werde.

Im September war die Inflationsrate in der Eurozone auf 3,4 Prozent gestiegen und damit auf den höchsten Stand seit 13 Jahren. Sie liegt damit deutlich über dem angepeilten Inflationsziel der EZB von zwei Prozent, das die Notenbank allerdings mittelfristig anstrebt. Starker Preistreiber sind die Kosten für Energie. Zuletzt waren die Inflationserwartungen an den Finanzmärkten wegen eines starken Anstiegs der Ölpreise und einer Preisexplosion bei den Kosten für Erdgas spürbar gestiegen. Zudem sorgt die angespannte Situation in den Lieferketten vieler Branchen für Preisdruck.

Keine Hinweise zur Eindämmung der Geldflut

Während die Notenbanken der USA und Großbritanniens noch in diesem Jahr erste Schritte heraus aus der extrem lockeren Geldpolitik unternehmen dürften, gibt es von der EZB nach wie vor keine Hinweise, die auf ein schnelleres Eindämmen der Geldflut zur Stützung der Wirtschaft hindeuten. So soll das Corona-Notprogramm Pandemic Emergency Purchase Programme (Pepp), das Käufe von Wertpapieren beinhaltet, bis März 2022 fortgesetzt werden.

RND/dpa