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Der Anteil von Frauen in Aufsichtsräten ist nach Einführung einer festen Geschlechterquote für große deutscher Unternehmen kontinuierlich gestiegen. (Symbolbild) Quelle: Oliver Berg/dpa

Kontinuierlicher Anstieg: Frauenanteil in Aufsichtsräten nimmt immer weiter zu

Berlin. Nach Einführung einer festen Geschlechterquote für die Aufsichtsräte großer deutscher Unternehmen ist der Anteil von Frauen dort kontinuierlich gestiegen. Wie aus einem am Mittwoch von Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) in Berlin vorgelegten Bericht hervorgeht, lag der Frauenanteil in den Aufsichtsräten der betroffenen Unternehmen 2018 bei 33,4 Prozent. Das waren 0,8 Prozentpunkte mehr als im Jahr zuvor. 2015, dem Jahr vor Einführung der Quote, lag der Anteil bei 25 Prozent.

Seit 2016 müssen die Aufsichtsräte großer börsennotierter und mitbestimmungspflichtiger Unternehmen mindestens 30 Prozent der Plätze an das unterrepräsentierte Geschlecht vergeben, in der Regel also an Frauen. Wird die Quote nicht erfüllt, müssen Sitze leer bleiben. Während die Unternehmen, für die diese Regelung gilt, dies inzwischen erfüllen, sind laut dem Bericht des Bundesjustizministeriums Frauen in anderen Unternehmen weiter unterrepräsentiert. Dort lag der Frauenanteil in Aufsichtsräten 2018 demnach bei 21,6 Prozent. Er ist seit 2015 auch weniger stark angestiegen.

Seit diesem Jahr gilt auch für Vorstände großer Unternehmen eine Regel zur Mindestbeteiligung von Frauen. Beim Verstoß drohen Geldbußen. Die Bundesregierung hatte dies auf den Weg gebracht, weil sich mit der zuvor geltenden freiwilligen Regelung mit einer Definition von Zielgrößen wenig bewegt hatte. Dem Bericht zufolge lag der Frauenanteil in Vorständen 2018 bei 8,3 Prozent. 79,5 Prozent der Vorstände der untersuchten Unternehmen hätten damals keine Frau im Vorstand gehabt.

RND/epd