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18 Jahre alt und immer noch nur eins von drei Solardächern der Bahn: Die Fotovoltaikanlage auf dem Berliner Hauptbahnhof liefert im Durchschnitt 160.000 Kilowattstunden Strom jährlich. Quelle: Deutsche Bahn AG

Nur auf drei Bahnhofsdächern betreibt die Deutsche Bahn Solaranlagen

Die Deutsche Bahn (DB) wirbt dafür, im Fernverkehr mit „100 Prozent Ökostrom“ zu fahren. Auch an den 5400 Bahnhöfen im Besitz der DB werde durch „Effizienzmaßnahmen“ Energie gespart, teilt der Konzern mit.

Eine naheliegende Quelle für erneuerbare Energie wird derzeit aber kaum genutzt. Nur auf drei Bahnhofsdächern betreibt der Staatskonzern eigene Fotovoltaikanlagen zur Stromerzeugung. Die erste und nach wie vor größte befindet sich bereits seit 2003 auf dem Glasdach des Berliner Hauptbahnhofs, in den vergangenen 18 Jahren kamen nur zwei weitere hinzu (in der Lutherstadt Wittenberg und in Horrem/NRW, dem „ersten CO₂-freien Bahnhof Europas“).

An elf weiteren Standorten hat die DB Dachflächen für Solaranlagen verpachtet. Das ergibt die Antwort der Bundesregierung auf eine Frage des Dresdner FDP-Abgeordneten Torsten Herbst, die dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) vorliegt.

Der FDP ist das eindeutig zu wenig: „Während Deutschland über eine Solarpflicht für Eigenheimbesitzer diskutiert, ignoriert die Deutsche Bahn AG den Ausbau von Solarenergie bei eigenen Immobilien bisher fast vollständig. Das ist nicht nur eine vertane Chance, es widerspricht auch dem sorgfältig gepflegten grünen Image der Bahn“, kommentiert Herbst, Verkehrsexperte seiner Fraktion im Bundestag, gegenüber dem RND.

„Der DB-Konzern kann selbst einen weitaus größeren Beitrag zu mehr erneuerbaren Energien leisten, indem er den Bau vom Solardächern massiv vorantreibt“, fordert Herbst, der Teil des Koalitionsverhandlungsteams der FDP für den Bereich Wirtschaft ist.

Die DB-Konzernteile „Station & Service“ sowie „Energie“ prüfen nach RND-Informationen derzeit, ob weitere Flächen auf Bahnhofsgebäuden oder Bahnanlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energien geeignet sind.

Von Jan Sternberg/RND