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Auch Kleinvieh macht eine Menge Mist: Die alte Sparweisheit hat nichts von ihrer Gültigkeit verloren. Quelle: dpa-tmn

Mit diesen zehn Tipps sparen Sie 10.000 Euro im Jahr

Stuttgart. Energie, Baumaterialien, Lebensmittel – nahezu alles wird derzeit teurer. Die sinkende Kaufkraft macht die Deutschen real ärmer. Umso wichtiger ist es, hauszuhalten und kein Geld für unnütze Ausgaben zu verschwenden. Um dieses Ziel zu erreichen, braucht es gar nicht einmal so viel Anstrengung, wie die Geldanlageplattform „Weltsparen“ herausgefunden hat.

Diese hat in einer Studie untersucht, wie viel Geld die Deutschen im Alltag für vermeidbare Ausgaben verjubeln und dabei Erstaunliches herausgefunden. Im Schnitt verschwenden jede und jeder 1,12 Euro pro Stunde. Pro Tag liegt die Summe vermeidbarer Ausgaben bei knapp 27 Euro – was einem kleinen Einkauf entspricht. Rechnet man die Summe auf das Jahr hoch, wird es richtig interessant. Mehr als 9.800 Euro können laut Ansicht der Experten im Schnitt eingespart werden.

„Das Sparpotenzial im Alltag ist immens. Mit ein paar Kniffen lassen sich schnell Tausende von Euros im Jahr sparen“, sagt Dr. Tamaz Georgadze, Mitgründer von „Weltsparen“. Es lohne sich im Alltag genau hinzuschauen und das eigene Verhalten sowie die damit verbundenen Ausgaben zu hinterfragen, so der Experte.

Hier sind die zehn besten Tipps:

1. Strom- und Gasverträge prüfen

Zwar ist der Wechsel der Anbieter für Strom und Gas derzeit komplizierter als zu normalen Zeiten, die vielzitierte Kundentreue lohnt sich aber in der Regel nicht. Wer zu einem günstigeren Tarif wechselt, spart bei den Stromkosten rund 90 Euro pro Jahr. Das geht laut „Weltsparen“ aus einer Rechnung auf Basis von Daten des Monitoringberichts 2020 der Bundesnetzagentur hervor. Wegen des Ukraine-Krieges ist der Markt aktuell in Unruhe. Ihn im Blick zu behalten, schadet dennoch nicht.

2. Handy: Der Discount-Tarif reicht

Auch bei der Kommunikation kann jeder sparen. Stichwort Handy. Zu teure Tarife mit nicht benötigtem Datenvolumen bieten großes Einsparpotenzial. Mit günstigeren Alternativen beispielsweise von Discountermarken lassen sich im Jahr durchschnittlich 492 Euro sparen. Die Netzabdeckung der Billigheimer ist übrigens schon lange nicht mehr schlechter als bei den vermeintlichen Premiummarken – beide benutzen die gleiche Infrastruktur.

3. Kontoführung: Es geht zum Nulltarif

Ebenso lohnt sich ein Blick auf das eigene Girokonto und die damit verbundenen Kontoführungsgebühren. Fast 79 Euro pro Jahr werden laut einer Recherche der Finanzplattform Biallo hierfür im Schnitt an Banken bezahlt. Zwar waren gebührenfreie Konten zuletzt auf dem Rückzug, bei Onlinebanken es gibt sie aber noch. Vergleichsportale wie Biallo.de helfen weiter.

4. Ungenutzte Verträge kündigen

Für Serien- und Filmfans wird es jetzt schmerzhaft: Wie viele Abos von Streamingdiensten braucht man wirklich? Mehr als 195 Euro geben die Deutschen laut einer Berechnung des Dienstleisters Volders pro Jahr für Netflix, Amazon & Co. aus. Den einen oder anderen Vertrag zu überprüfen, dürfte auch hier Einsparpotenzial ergeben.

5. Fitnessstudio: Gehen sie wirklich?

Klar, Sport ist gesund und wichtig. Aber für viele bleibt es beim guten Vorsatz. Ein Vertrag im Fitnessstudio nutzt (Ihnen) nichts, wenn sie nicht regelmäßig trainieren. Sein Sie ehrlich: Wenn der innere Schweinehund zu stark ist, kündigen Sie Ihren Vertrag. Im Schnitt zahl man laut „Weltsparen“ 42,10 Euro im Monat und damit für eine unnötige Mitgliedschaft in Fitnessstudios jährlich mehr als 500 Euro. Übrigens: Sport kann man auch vor dem eigenen Fernseher machen. Bei Videodiensten wie Youtube gibt es Tausende Videokurse – und das völlig gratis.

6. Sparpotenzial auch beim Essen

Potenzial zum Sparen gibt es auch im Bereich des Essens. Mehr einzukaufen als man verbrauchen kann ist nicht nur ein verschwenderischer Umgang mit Rohstoffen, sondern geht auch ins Geld. Laut Daten der Welthungerhilfe wirft statistisch gesehen jeder Deutsche im Jahr fast 55 Kilogramm Essen und damit mehr als 230 Euro im wahrsten Wortsinn in den Müll. Bewusstes Einkaufen mit einem Wochenspeiseplan kann helfen, das zu vermeiden.

7. Wasser: Kraneberger reicht

Gehören Sie auch zu den Kistenschleppern? Der durchschnittliche Deutsche wuchtet bei einem angenommenen Preis von 50 Cent pro Liter jährlich Mineralwasser im Wert von 547 Euro nach Hause. Wer dagegen seinen Wasserdurst mit Wasser aus der Leitung stillt, kommt bei gleichem Verbrauch auf Kosten von gerade mal 2,19 Euro und würde unterm Strich eine Summe von mehr als 544 Euro einsparen.

8. Mittagessen: Warum nicht mal der Henkelmann?

Ein Essenstrend, der beim Sparen hilft, ist das sogenannte „Meal Prep“ – also das Vorkochen von Mahlzeiten für die Mittagspause im Büro. Die Mühe lohnt sich! Im Schnitt kann so jeder mehr als 3.900 Euro sparen, wenn auf den täglichen Gang zum Businesslunch verzichtet wird und an den 249 Arbeitstagen die eigenen Mahlzeiten mitgebracht werden. Weitere 500 Euro kommen hinzu, wenn der liebgewonnene „Coffee-to-go“ wegfällt.

9. Rauchen: Hören Sie endlich auf!

Leicht gesagt, schwer getan, aber es lohnt sich: Wer die Glimmstängel liegen lässt, spart bei einer halben Schachtel pro Tag mehr als 1.300 Euro im Jahr. Und der gesundheitliche Nutzen ist sowieso unbezahlbar.

10. Steuererklärung: nervig aber lohnend

Die Steuererklärung gehört nicht unbedingt in die Kategorie „Einsparpotenzial“ – aber am Ende kommt dabei doch meist Geld, das auf dem eigenen Konto landet. Das Einreichen lohnt sich, laut Statistischen Bundesamt liegt die Rückerstattung an Steuerpflichtige bei einer Summe von 1051 Euro.

Zugegeben: Nicht jeder wird alle Sparmöglichkeiten für sich umsetzen können. Die fast 10.000 Euro Einsparpotenzial erreichen die Wenigsten. Doch die Beispiele zeigen, dass sich bewusstes Ausgeben loht. „Die Menschen verstehen nicht, welch große Einnahmequelle in der Sparsamkeit liegt“, wusste bereits der römische Philosoph Cicero.

Der Satz galt vor 2000 Jahren genauso wie heute.

Von Christoph Scherbaum/RND