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Das beste Beispiel: Azubi David Gross hat ein Studium abgebrochen, ist mit seiner Ausbildung aber mehr als zufrieden.

Ein Studium ist nicht der Königsweg

Ein Blick in die Baubranche genügt schon: Zahlreiche Stellen sind unbesetzt, die Gewerkschaft IG Bau sprach zuletzt von 191.000 fehlenden Arbeitskräften. Wie besorgniserregend diese Entwicklung ist, weiß jeder und jede, der oder die zuletzt einen Handwerker oder eine Handwerkerin brauchte. Und nun auf der Warteliste steht.

Der Nachwuchs fehlt – wie in so vielen anderen Branchen. Das liegt auch daran, dass viele junge Menschen eher mit einem Studium liebäugeln, als eine Ausbildung anzufangen. Das Versprechen, dadurch später mehr zu verdienen, ist verlockend. Dabei kann ein Malermeister oder eine Malermeisterin durchaus mehr verdienen als mancher Hochschulabsolvent und manche Hochschulabsolventin.

Nichts funktioniert ohne Bäckerin oder Kindergärtner

Doch es ist nicht nur der vermeintliche Ruf des Geldes, der viele junge Menschen eher in die Hörsäle als an die Werkbänke lockt. Laut einer aktuellen Umfrage des Automobilzulieferers Continental finden viele die Wertschätzung für Ausbildungsberufe nicht angemessen. Und wenn die Anerkennung fehlt, geht auch die Motivation verloren.

Man muss sich also fragen, was für ein Bild jungen Menschen vermittelt wird, die ihre berufliche Zukunft noch vor sich haben. Es braucht ein Umdenken – und hier ist die gesamte Gesellschaft gefragt. Eine Ausbildung sollte nicht weniger wert sein als ein Studium. Schließlich funktioniert nichts ohne den Bäcker und die Bäckerin, die Kindergärtnerin und den Kindergärtner oder eben den Handwerker und die Handwerkerin.

Will man diese Berufe wieder schmackhafter machen, braucht es – neben angemessener Bezahlung und fairen Arbeitsbedingungen – also auch die Wertschätzung, die viele junge Menschen vermissen. Denn dass sie ganz wegbleiben und der Fachkräftemangel sich noch weiter zuspitzt, kann niemand wollen.

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Von Johanna Apel/RND