Donnerstag , 29. Oktober 2020
Menschen warten in Salt Lake City vor einem Arbeitsamt. Quelle: Rick Bowmer/AP/dpa

Parteien uneins: Millionen US-Bürger verlieren erhöhtes Arbeitslosengeld

Als Reaktion auf die Corona-Krise war das Arbeitslosengeld für Millionen Amerikaner Ende März erhöht worden. Doch nun läuft die Erhöhung aus. Republikaner und Demokraten können sich bislang nicht einigen und schieben sich gegenseitig die Schuld zu.

Washington. Inmitten der Coronavirus-Pandemie werden Millionen Amerikaner ihr wegen der Krise zeitweise deutlich erhöhtes Arbeitslosengeld verlieren. US-Präsident Donald Trumps Republikaner und die Demokraten im Kongress konnten sich bis Freitagmittag (Ortszeit) nicht auf eine Verlängerung der Erhöhung des Arbeitslosengeldes um 600 US-Dollar pro Woche verständigen.

Die Ende März im Rahmen eines Corona-Konjunkturpakets beschlossene Erhöhung läuft in allen Bundesstaaten spätestens Freitagnacht aus.

Das Weiße Haus, die Republikaner und die Demokraten schoben sich gegenseitig die Schuld für das ersatzlose Auslaufen der großzügigen Arbeitslosengeldregelung zu. Die Demokraten im Repräsentantenhaus hatten bereits im Mai ein weiteres Konjunkturpaket in Höhe von rund drei Billionen US-Dollar beschlossen, die Republikaner im Senat fingen aber erst vor wenigen Wochen an, sich mit dem Thema zu befassen. Sie legten ein Paket in Höhe von einer Billion Dollar vor. Verhandlungen zu einem Kompromissvorschlag scheiterten aber.

Demokraten: Millionen Amerikaner in Bedrängnis

Die Demokraten warnen, dass das Wegfallen der zusätzlichen Hilfe Millionen Amerikaner finanziell in Bedrängnis bringen dürfte. Selbst der Chef der US-Notenbank, Jerome Powell, hatte die Politik diese Woche aufgefordert, eine Anschlussregelung zu finden, weil Millionen Menschen angesichts der hohen Arbeitslosenquote weiter Unterstützung bräuchten. Analysten warnen, das Wegfallen der zusätzlichen Hilfe dürfte die beginnende Erholung der US-Konjunktur ausbremsen.

Die Arbeitslosenquote im Juni lag bei extrem hohen 11,1 Prozent. Vor der Zuspitzung der Pandemie in den USA im März hatte die Quote noch bei 3,5 Prozent gelegen. Zuletzt bekamen rund 17 Millionen Menschen reguläre Arbeitslosenhilfe.

RND/dpa