Mittwoch , 28. Oktober 2020
Der Schriftzug von Wirecard ist an der Firmenzentrale des Zahlungsdienstleisters in Aschbeim bei München zu sehen. Quelle: Peter Kneffel/dpa

Bafin und Zoll prüfen Geldwäsche-Verdacht bei Wirecard

War der inzwischen insolvente Zahlungsdienstleister in Geldwäsche verstrickt? Die Finanzaufsicht Bafin und der Zoll gehen diesem Verdacht jetzt nach. Die Staatsanwaltschaft spricht von einem „gewerbsmäßigen Bandenbetrug“

Berlin. Die Finanzaufsicht Bafin und der Zoll gehen dem Verdacht der Geldwäsche bei Wirecard nach. Beim Zoll ermittelt die sogenannte Financial Intelligence Unit (FIU) bei fragwürdigen Geldgeschäften. ”Die FIU und die Bafin haben sich – im Rahmen ihrer jeweiligen Zuständigkeit – auf eine Task Force geeinigt, um gemeinsam an der Auswertung der vorhandenen geldwäscherechtlichen Hinweise im Fall Wirecard zu arbeiten”, sagte eine Sprecherin des Bundesfinanzministeriums am Freitag auf Anfrage. Zuvor hatte der “Spiegel” darüber berichtet.

Die Arbeitsgruppe solle eine „reibungslose und unverzügliche Kommunikation“ sicherstellen, sagte die Sprecherin. Das solle zu rascheren Ergebnissen führen und andere staatliche Stellen unterstützen.

Wirecard: Mehr als drei Milliarden Euro könnten verloren sein

Der inzwischen insolvente Zahlungsdienstleister Wirecard hatte im Juni Luftbuchungen von 1,9 Milliarden Euro eingeräumt. Die Münchner Staatsanwaltschaft geht mittlerweile von einem „gewerbsmäßigen Bandenbetrug“ bei dem Dax-Unternehmen aus, und zwar seit 2015. Mehr als drei Milliarden Euro könnten verloren sein.

RND/dpa