Samstag , 3. Dezember 2022
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Rohre verlaufen durch die Anlage des Gasspeichers Wolfersberg, östlich von München. Die Europäische Kommission hat auf Druck vieler EU‑Länder hin neue Vorschläge für einen möglichen europäischen Gaspreisdeckel gemacht. (Symbolbild) Quelle: Peter Kneffel/dpa

EU-Kommission macht Vorschläge für europäischen Gaspreisdeckel

Brüssel. Die Europäische Kommission hat auf Druck vieler EU‑Länder hin neue Vorschläge für einen möglichen europäischen Gaspreisdeckel gemacht. Die EU müsse bereit sein, Maßnahmen einzuführen, um die Preise zu begrenzen, heißt es in einem Diskussionspapier, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. „Das Hauptziel der EU ist es, bereits in diesem Winter niedrigere Preise für Verbraucher zu garantieren.“ Auf die Wünsche der EU‑Staaten geht die Brüsseler Behörde allerdings nur teilweise ein.

Konkret schlägt die EU‑Kommission unter anderem vor, einen Maximalpreis für russisches Gas festzulegen. Eine weitere Option sei es, den Preis von Gas in der Stromproduktion zu deckeln, um auch den Preis von Strom zu senken – Ähnliches haben Spanien und Portugal bereits eingeführt. Wie genau das europaweit aussehen würde, geht aus dem Papier nicht im Detail hervor. Die Preisdifferenz zwischen dem Deckel und dem Marktpreis würde vom Elektrizitätssystem getragen, heißt es nur.

Griechenland, Italien, Belgien, Frankreich und elf andere Staaten hatten die EU-Kommission zuvor in einem Brief dazu aufgefordert, einen Vorschlag für einen Maximalpreis für Gas vorzustellen. Dieser solle sich auf Gaslieferungen aus dem Ausland beziehen – etwa Importe aus Russland und anderen Ländern –, aber auch auf Transaktionen an Großhandelsplätzen innerhalb der EU, hieß es in dem Brief.

EU-Kommission warnt: Preisdeckel könnte Nachfrage erhöhen

Die EU-Kommission warnte in ihrem Papier jedoch vor möglichen negativen Folgen eines Preisdeckels. „Wenn Preismaßnahmen isoliert getroffen werden, gibt es die Gefahr, dass sie die Nachfrage erhöhen, anstatt die zugrunde liegende Knappheit zu beheben.“ Die Kommission schrieb auch, dass für einen Preisdeckel am europäischen Großhandel – statt nur für Importe – ein zentralisiertes System geschaffen werden müsste, um den Markt zu ersetzen und Gas zu rationieren und zuzuteilen. Das wäre „beispiellos“. Es gebe keine Orga­nisa­tion auf europäischer Ebene, die das zur Zeit technisch regeln könne.

Auch zuvor hat die EU-Kommission auf Vorschläge gesetzt, die den Preismechanismus im Grunde bestehen lassen. So schlug sie vor, zunächst die übermäßigen Gewinne von Öl- und Gaskonzernen sowie vieler Strom­produzenten abzuschöpfen und mit dem Geld Verbraucher zu entlasten, anstatt einen Maximalpreis festzu­legen.

Am Freitag kommen die für Energie zuständigen EU‑Minister zu einem Sondertreffen in Brüssel zusammen, um die Maßnahmen zu besprechen. Es wird erwartet, dass sie sich auf die Abschöpfung von Übergewinnen einigen. Auch der Gaspreisdeckel soll diskutiert werden. Deutschland und andere Länder hatten sich dagegen ausgesprochen.

RND/dpa