Mittwoch , 30. September 2020
Der US-Flugzeugbauer Boeing stellt die Produktion seines Jumbo-Jets 747 ein. Quelle: picture alliance / Boris Roessle

Boeing stellt Produktion des Jumbo-Jets 747 ein

Nach einem durch die Corona-Krise bedingten Milliardenverlust will Boeing seine Flugzeugproduktion entschlacken. Der Bau der Boeing 747 soll komplett eingestellt werden, bei anderen Baureihen soll die Produktion zumindest reduziert werden.

Chicago. Der US-Flugzeugbauer Boeing stellt die Produktion seines Jumbo-Jets 747 nach mehr als 50 Jahren ein. Die letzte 747 werde im Jahr 2022 gebaut, teilte Boeing am Mittwoch in Chicago mit. Konzernchef Dave Calhoun begründete den Schritt mit der derzeitigen Marktentwicklung. Der einst größte Passagierjet der Welt hatte 1969 seinen Jungfernflug absolviert.

Hohe Verluste durch Corona-Krise

Die Corona-Krise hat dem US-Flugzeugbauer Boeing im abgelaufenen Quartal einen höheren Verlust eingebrockt als befürchtet. Im zweiten Quartal stand unter dem Strich ein Verlust von rund 2,4 Milliarden US-Dollar (gut 2 Milliarden Euro), nachdem das Flugverbot für den Mittelstreckenjet 737 Max ein Jahr zuvor bereits ein Minus von 2,9 Milliarden Dollar verursacht hatte. Damit fiel der neuerliche Verlust in etwa doppelt so hoch aus wie von Analysten im Schnitt erwartet. Immerhin: Mit 5,3 Milliarden Dollar verbrannte der Konzern im abgelaufenen Quartal im Tagesgeschäft weniger Geld als befürchtet.

“Obwohl es einige ermutigende Anzeichen gab, schätzen wir, dass es rund drei Jahre dauern wird, bis das Passagierniveau von 2019 wieder erreicht ist”, erklärt Boeing-Chef Dave Calhoun in einer Mittelung an seine Mitarbeiter. Aus diesem Grund wolle der Konzern weiterhin schrittweise Personal abbauen.

So sollen im kommenden Jahr monatlich nur noch sechs Exemplare des Langstreckenjets 787 “Dreamliner” fertig werden. Die Produktion der noch größeren Boeing 777 und ihrer Neuauflage 777X soll auf zwei Maschinen pro Monat sinken. Die Auslieferung der ersten 777X erwartet Boeing erst im Jahr 2022. Die Produktion der 737 Max, deren Wiederzulassung das Management bald erwartet, fährt derzeit erst langsam wieder hoch.

RND/mf/dpa