Freitag , 23. Oktober 2020
Die Corona-Krise und eine schwache Nachfrage der Autoindustrie belasten weiterhin die Geschäfte des Chemiekonzerns BASF. Quelle: Uwe Anspach/dpa

BASF rechnet nicht mit einer schnellen Erholung

Die Corona-Krise und eine schwache Nachfrage der Autoindustrie belasten den Chemiekonzern BASF. Ein Umsatzrückgang und ein Verlust von fast 900 Millionen Euro im zweiten Quartal sind die Folge. Auch der Ausblick verspricht nichts Gutes.

Ludwigshafen. “Nach wie vor ist die Corona-Pandemie eine große Herausforderung für uns alle”, sagte der Vorstandsvorsitzende Martin Brudermüller bei Vorlage der Zahlen zum zweiten Quartal Ludwigshafen.

Angesichts der anhaltend hohen Unsicherheit der wirtschaftlichen Entwicklung gibt BASF weiterhin keine Ziele für das Gesamtjahr 2020 aus. Das Unternehmen rechnet im laufenden dritten Quartal mit keiner wesentlichen Verbesserung beim Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) sowie vor Sondereinflüssen gegenüber dem zweiten Jahresviertel.

BASF begründete dies mit einer im August generell niedrigeren Nachfrage und der Saisonalität des Agrargeschäfts. Der Dax-Konzern hatte bereits Eckdaten zum zweiten Quartal vorgelegt.

Umsatzrückgang von 12 Prozent

Im Zeitraum April bis Juni schrumpfte der Umsatz wie bereits bekannt im Vergleich zum Vorjahr um zwölf Prozent auf 12,7 Milliarden Euro. Der Konzern führte dies vor allem auf einen Nachfrageeinbruch aus der Automobilindustrie zurück. Besser lief es für BASF hingegen im Geschäft mit Aromainhaltsstoffen, Pharma und Humanernährung. Auch die Pflanzenschutzmittel- und Saatgut-Sparte entwickelte sich etwas besser.

Unter dem Strich entfiel auf die Anteilseigner der BASF auch wegen Abschreibungen auf die Beteiligung Wintershall Dea infolge des Ölpreisrutsches ein Verlust von 878 Millionen Euro. Hier hatte vor einem Jahr dank eines Buchgewinns im Zusammenhang mit der Zusammenführung des Öl- und Gasgeschäfts der Tochter Wintershall mit dem Rivalen Dea noch ein dickes Plus von fast 6 Milliarden Euro gestanden.

Sparprogramm soll helfen

Bereits vor der Corona-Krise hatte Brudermüller ein Sparprogramm aufgesetzt, um den Konzern profitabler zu machen. Die geplante Streichung von 6000 Stellen wurde bereits im April um ein Jahr auf Ende 2020 vorgezogen. 2019 hatte das Unternehmen weltweit bereits 3100 Jobs abgebaut.

Unterdessen soll der Verkauf der Bauchemie-Sparte im dritten Quartal und der des Pigmentgeschäfts im vierten Quartal abgeschlossen werden – vorausgesetzt es liegen alle kartellrechtlichen Zustimmungen vor, teilte BASF mit. Das Unternehmen sieht keine wesentlich erhöhten Risiken für den Abschluss der Transaktionen aufgrund der Corona-Pandemie, hieß es weiter.

RND/dpa