Samstag , 24. Oktober 2020
Laut Flugdachverband erreichten die Personenkilometer im April den Tiefpunkt von 94,1 Prozent unter dem Wert des Vorjahres. Quelle: imago images/Arnulf Hettrich

Flugdachverband: Erholung nach der Corona-Krise „überraschend schwach“

Trotz der Sommerferien erholen sich die Fluggesellschaften nur langsam von den Folgen der Coronavirus-Pandemie. Die Passagiere sind nicht in erwartetem Umfang zurückgekehrt. Der Flugdachverband rechnet erst 2024 wieder mit einem Passagieraufkommen wie vor der Pandemie.

Genf. Fluggesellschaften ringen bislang wenig erfolgreich um Passagiere. Im Juni seien zwar mehr Menschen geflogen als im Mai und April, aber die Erholung sei „überraschend schwach“, sagte der Chefökonom des Weltflugverbandes (IATA), Brian Pearce, am Dienstag in Genf. Während die Personenkilometer im April den Tiefpunkt von 94,1 Prozent unter dem Wert des Vorjahres erreichten, waren es im Juni noch minus 86,5 Prozent.

Maschinen mitunter so leer wie nie zuvor

Fluggesellschaften hätten zwar ihr Streckennetz wieder aufgebaut, aber die Passagiere seien nicht in erwartetem Umfang zurückgekehrt. In den meisten Regionen seien die Maschinen so leer wie nie zuvor. „Wenn es da keinen Zuwachs gibt, werden die Flugpläne wieder zusammengestrichen“, sagte Pearce voraus.

Vor allem das Geschäft mit den Business-Class-Kunden habe sich zumindest kurzfristig grundlegend geändert. Videokonferenz-Technologie könnte auch künftig einige Geschäftsreisen ersetzen, sagte Pearce nach Gesprächen mit großen Geschäftskunden. „Wir müssen abwarten, ob die Geschäftsfliegerei zum Vorkrisenniveau zurückkehrt.“ Womöglich werde die Bedeutung des Frachtverkehrs für die Wirtschaftlichkeit der Airlines steigen.

Passagieraufkommen könnte sich erst 2024 normalisieren

Insgesamt hat der Verband seine Prognosen für die kommenden Jahre zurückgenommen. Er rechnet nun damit, dass das Passagieraufkommen nicht 2023, sondern erst 2024 wieder das Niveau von vor der Corona-Krise erreicht. Die Personenkilometer dürften im kommenden Jahr noch um gut ein Drittel unter dem Niveau von 2019 liegen.

RND/dpa