Samstag , 24. Oktober 2020
Wer sich beruflich weiterbildet, kann künftig mit mehr Aufstiegs-Bafög rechnen. Auch für Azubis gibt es mehr Geld: Die Berufsausbildungsbeihilfe wird im August ebenfalls erhöht.

Änderungen im August 2020: Mehr Geld für Azubis und Studenten

Auszubildende, Studenten und Schüler können auf mehr Geld hoffen. Zudem nehmen in einigen Bundesländern Schulen und Kitas den Regelbetrieb wieder auf. Für Reiserückkehrer aus Risikogebieten sind Corona-Tests künftig verpflichtend. Was steht in diesem Monat an? Die wichtigsten Änderungen, Fristen und Verbrauchernews für August 2020 in der Übersicht.

Der neue Monat bringt einige Änderungen für Arbeitnehmer, Unternehmen und Urlauber mit sich. Was sich im Einzelnen ändert, fassen wir hier zusammen.

Schulen und Kitas wieder in Normalbetrieb

Nach den Sommerferien kehren in einigen Bundesländern die Schulen und Kitas im August zum Regelbetrieb zurück. Unter anderem betrifft das Einrichtungen in Berlin, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Sachsen und Thüringen.

Aufstiegs-Bafög wird erhöht

Zum 1. August treten Änderungen beim Aufstiegs-Bafög (früher Meister-Bafög) in Kraft, mit dem Menschen finanziell unterstützt werden, die sich beruflich weiterbilden. Wer sich zum Meister oder Fachwirt weiterbilden lässt oder auch in sozialen Berufen beispielsweise eine Fortbildung zum Erzieher macht, bekommt künftig höhere Zuschüsse für die Lehrgangs- und Prüfungsgebühren. Die Reform sieht außerdem vor, dass das Aufstiegs-Bafög für bis zu drei Fortbildungsmaßnahmen in Anspruch genommen werden kann – bislang war dies auf eine Fortbildung beschränkt. Bei der altersunabhängigen Unterstützung handelt es sich teils um Darlehen, teils um Zuschüsse, einkommensabhängig gibt es auch einen Beitrag zum Lebensunterhalt.

Mehr Geld für Azubis, Studenten und Schüler

Wer als Azubi nicht mehr bei seinen Eltern, sondern etwa in einer eigenen Wohnung lebt, dem steht unter bestimmten Voraussetzungen eine Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) zu. Nachdem die Bedarfssätze bereits im letzten Jahr gestiegen waren, steigen sie zum 1. August 2020 nun erneut. Der Höchstbetrag für Lebensunterhalt und Wohnen liegt dann bei 723 Euro pro Monat. Nicht nur die Bedarfssätze steigen, auch die Einkommensfreibeträge für das Einkommen werden erhöht.

Auch die Bafög-Höchstsätze steigen im Herbst 2020. Für Studenten soll die maximale Fördersumme zum Start des Wintersemesters 2020/21 bei 861 Euro liegen. Wer eine schulische Ausbildung macht, bekommt künftig bis zu 832 Euro.

Covid-19-Arbeitszeitverordnung tritt außer Kraft

Die Arbeitszeitverordnung von Anfang April, die es erlaubte, die Arbeitszeit in sogenannten systemrelevanten Berufen während der Corona-Krise auf bis zu zwölf Stunden am Tag auszudehnen, läuft aus. Sie gilt bis zum 31. Juli. Neben Ausnahmen von den Höchstarbeitszeiten wurde durch die Verordnung auch eine Verkürzung der Mindestruhezeiten auf bis zu neun Stunden geregelt sowie Arbeit an Sonn- und Feiertagen gestattet – sofern die Mehrarbeit nicht anders zu verhindern war.

Veranstaltungen mit mehr Teilnehmern

Im August treten in einigen Bundesländern wieder Lockerungen der coronabedingten Einschränkungen in Kraft. So erlaubt Baden-Württemberg ab dem 1. August etwa wieder Veranstaltungen mit bis zu 500 Teilnehmern.

Im Saarland wird die Obergrenze ab dem 24. August auf 1000 Personen unter freiem Himmel und bis zu 500 Personen in geschlossenen Räumen erhöht. Letzteres gilt auch für Sachsen-Anhalt ab dem 29. August.

Corona-Überbrückungshilfe für Firmen beantragen

Kleine und mittelständische Unternehmen, die unter der Corona-Pandemie besonders leiden, können die Überbrückungshilfe beantragen – allerdings nur noch bis Ende August. Die Unterstützung ist Teil des Konjunkturpakets der Bundesregierung. Erstattet werden fixe Betriebskosten bis zu einem Betrag von 50.000 Euro pro Monat für Juni bis August.

Neuordnung von elf Ausbildungsberufen ist gültig

Mit dem Start des neuen Ausbildungsjahrs am 1. August erlangen elf modernisierte Ausbildungsordnungen Gültigkeit. Durch die Umgestaltung sollen die Azubis besser auf eine veränderte – digitalere – Arbeitswelt vorbereitet werden. Die zuvor gültigen Ausbildungsordnungen stammten teilweise noch von Ende der 1990er-Jahre. Folgende Ausbildungen sind laut Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) betroffen:

Bankkaufmann/-frau Biologielaborant/in Chemielaborant/in Fachinformatiker/in Hauswirtschafter/in IT-System-Elektroniker/in Kaufmann/-frau für Digitalisierungsmanagement Kaufmann/-frau für Groß- und Außenhandelsmanagement Kaufmann/-frau für IT-System-Management Lacklaborant/in Mediengestalter/in Bild und TonPflichttests für Urlauber aus Risikogebieten

Für viele bedeutet der August Urlaubszeit. Doch in diesem Jahr ist aufgrund der Corona-Pandemie einiges anders. So muss sich jeder, der in Corona-Risikogebieten Urlaub macht, künftig bei der Rückkehr nach Deutschland auf das Virus testen lassen. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn kündigte eine Testpflicht für Einreisende aus Gebieten mit hohen Fallzahlen an, die voraussichtlich in der ersten Augustwoche in Kraft treten soll. Die Tests sollen für die Reisenden kostenfrei sein. Welche Regionen und Länder als Risikogebiete gelten, legt das Robert-Koch-Institut (RKI) fest.

Aida startet in die Kreuzfahrtsaison

Einige Kreuzfahrtschiffe sind bereits wieder unterwegs – unter coronabedingt strengen Hygieneauflagen. Auch Aida Cruises hat kurze Trips geplant und hält trotz der jüngst festgestellten Corona-Fälle in der Crew an den Startterminen fest. Am 5. August soll in Hamburg die “AIDAperla” zur Kurz-Kreuzfahrt ohne Landgang ablegen, am 12. August in Rostock die “AIDAmar” und am 16. August in Kiel die “AIDAblu”.

Steuererklärung muss abgegeben sein

Am 1. August ist es zu spät: Wer seine Steuererklärung ohne Steuerberater macht, muss spätestens am 31. Juli die ausgefüllten Formulare für das Jahr 2019 abgegeben haben. Für viele Beschäftigte lohnt es sich, eine Steuererklärung zu machen und sich dadurch Geld vom Finanzamt zurückzuholen.

Für alle wichtig zu beachten: Nach dem 31. Juli drohen Sanktionen – Verspätungszuschlag, Zwangsgeld oder eine Steuerschätzung, teilt die Vereinigte Lohnsteuerhilfe (VLH) mit. Um eine Fristverlängerung können Steuerpflichtige schriftlich bitten – allerdings sei dies seit 2019 durch eine Gesetzesänderung schwieriger geworden. In der Regel verlängern die Finanzbeamten laut VLH nur in Ausnahmefällen die Frist, wenn Steuerpflichtige die Abgabe ohne eigenes Verschulden versäumt haben. Programme und Apps können beim Ausfüllen der Formulare hilfreich sein.

Feiertag in Augsburg am 8. August

Besonderen Grund zur Freude haben die Menschen im August in Augsburg. Einmal im Jahr gönnen sich die “Fuggerstädter” nämlich einen Feiertag, der nirgendwo sonst gilt. Das Augsburger Hohe Friedensfest fällt 2020 allerdings auf einen Samstag – wirklich mehr frei haben die Augsburger also in diesem Jahr gar nicht…

RND/jmf/pf