Samstag , 15. August 2020
Bis jetzt hat Tui nur rund 30 Prozent des Volumens der Vorjahre an Reisen verkauft. Quelle: Julian Stratenschulte/dpa

Tui: Neuer Hilfsantrag nicht auszuschließen

Der Reiseveranstalter Tui schließt nicht aus, einen neuen Hilfsantrag bei der Bundesregierung zu stellen. Den Stau der Stornowelle aus der Osterzeit hat das Unternehmen inzwischen aufgeholt und die stornierten Reisen fast vollständig erstattet. Ab 2021 hofft das Unternehmen, wieder profitabel zu werden.

Düsseldorf. Europas größter Reisekonzern Tui schließt nicht aus, einen neuen Hilfsantrag zu stellen, nachdem der Bund bereits einen Kredit von 1,8 Milliarden Euro gewährt hat. Das sagte Tui am Samstag gegenüber der Düsseldorfer „Rheinischen Post“.

Tui-Chef Fritz Joussen meint, ob Tui zusätzliche Kredite in Anspruch nehmen können oder müssen, hängt von der Entwicklung der Märkte ab. Ab 2021 hofft das Unternehmen, wieder profitabel zu werden. Dieses Jahr wird sich aber ausschließlich auf das Management der Liquiditäten fokussiert. „Dazu gehört weiter absolute Kostendisziplin.“

Stau der Stornowelle inzwischen aufgeholt

Zum aktuellen Geschäft sagte Joussen, in Deutschland würden „rund 30 Prozent des Volumens der Vorjahre“ verkauft. Von den Kostenerstattungen der im April, Mai und Juni stornierten Reisen seien inzwischen mehr als 95 Prozent zurückgezahlt. „Den großen Stau wegen der riesigen Stornowelle für die Osterzeit haben unsere Reiseveranstalter nun erledigt.“

Joussen entschuldigt sich außerdem für die langen Wartezeiten bei der Erstattung. Von jetzt an dauere der Prozess im Schnitt noch zwei bis drei Wochen, bis eine abgesagte Reise ausbezahlt wird. Viele Kunden lassen sich außerdem mit Gutscheine statt Bargeld auszahlen. Dies ermöglicht ihnen laut Tui zehn bis 20 Prozent Bonus beim Buchen der neuen Reise.

RND