Dienstag , 20. Oktober 2020
FDP-Chef Christian Lindner im ARD-Sommerinterview. Quelle: imago images/Metodi Popow

FDP-Chef Lindner für Lockerung des Verkaufsverbot an Sonntagen

Im Mai hatte die FDP-Fraktion darauf gedrängt, wegen der Corona-Krise die Sonntagsschließung für mindestens ein Jahr auszusetzen. Nun setzt sich Parteichef Christian Lindner zumindest für eine Lockerung ein. “Mir würde schon reichen, wenn die Kommunen an zwölf Sonntagen im Jahr die Geschäfte öffnen könnten”, sagte er.

Berlin. Zu Belebung der Konjunktur in der Corona-Krise sollte aus Sicht von FDP-Chef Christian Lindner das Verkaufsverbot an Sonntagen gelockert werden.

“Mir würde schon reichen, wenn die Kommunen an zwölf Sonntagen im Jahr die Geschäfte öffnen könnten”, sagte er den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. “Wenn uns das rechtssicher gelingt, ohne dass die Kommunen eine Klage der Gewerkschaften fürchten müssen, wäre viel erreicht.”

Im Mai hatte die FDP-Fraktion darauf gedrängt, die Sonntagsschließung von Geschäften für mindestens ein Jahr lang auszusetzen. “Wir unterstützen die Forderung unserer Berliner Parteifreunde, in der Hauptstadt die Sonntagsschließung von Geschäften für zumindest ein Jahr lang auszusetzen, nachdrücklich”, sagte der Berichterstatter der FDP-Bundestagsfraktion für den Einzelhandel, Manfred Todtenhausen, damals dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).

Zudem brauche Deutschland ein „Bürokratie-Moratorium“ für diejenigen, die Arbeitsplätze schaffen könnten, forderte er. „Unser Leitsatz muss sein: Vorfahrt für Arbeit. Also Planungsrecht, Steuern, Investition auf diese Priorität ausrichten.“

Angesichts des Fachkräftemangels schlug Lindner vor, dass der Staat bei allen Auszubildenden und auch bei allen regulär Beschäftigten, die in den kommenden sechs Monaten eingestellt werden, die Sozialversicherungsbeiträge komplett übernimmt. „Das schafft einen Anreiz, die Ausbildung nicht zu vernachlässigen und neue Arbeitsplätze zu schaffen.“

RND/dpa