Montag , 26. Oktober 2020
Wenn Langzeitsarbeitslose den Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt schaffen, dann bleiben sie oftmals auch relativ stabil in Beschäftigung. Quelle: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

Studie: Viele Langzeitarbeitslose bleiben in ihrer neuen Beschäftigung

Einer Studie zufolge schaffen viele Langzeitarbeitslose den Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt. Der Großteil bleibt außerdem stabil in der Beschäftigung. Dabei gibt es allerdings einen großen Unterschied, wenn Beschäftigte in Vollzeit und in Minijobs tätig sind.

Nürnberg. Wenn Langzeitarbeitslose den Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt schaffen, dann bleiben sie auch relativ stabil in Beschäftigung. Das ist das Ergebnis einer Studie des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), die am Dienstag veröffentlicht wurde. 58 Prozent seien in einem Zeitraum von zweieinhalb Jahren nach ihrem Wiedereintritt in den Arbeitsmarkt mehr als zwei Jahre beschäftigt gewesen.

Zufriedenheit bestimmt Stabilität des Arbeitsverhältnisses

Allerdings: Die erste neu aufgenommene Tätigkeit nach einer Arbeitslosigkeit von mindestens einem Jahr dauerte in der Hälfte der Fälle nicht einmal ein Jahr, nur ein Drittel der wiedereingestellten Langzeitarbeitslosen schaffte es, mehr als zwei Jahre beim ersten Arbeitgeber nach der Arbeitslosigkeit zu bleiben.

„Die neu aufgenommenen Arbeitsverhältnisse erweisen sich insbesondere dann als stabiler, wenn die Befragten mit der Tätigkeit zufrieden sind oder sie vor dem Übergang in das neue Arbeitsverhältnis bereits eine stabilere Erwerbshistorie aufweisen“, erklärte IAB-Forscher Matthias Umkehrer. Ein beruflicher Abschluss, eine private Partnerschaft und die Größe des einstellenden Betriebes seien ebenfalls Stabilitätsfaktoren

Wiedereinstieg in Vollzeit könnte manche überfordern

Arbeitsverhältnisse von Langzeitarbeitslosen in Vollzeit und in Minijobs sind der Studie zufolge im Schnitt weniger stabil als sozialversicherungspflichtige Teilzeitarbeit. Als Grund hierfür sei denkbar, dass ein Wiedereinstieg in Vollzeit manchen vormals Langzeitarbeitslosen überfordere, sagte Umkehrer.

Die Bundesregierung hatte mit dem Anfang 2019 in Kraft getretenen Teilhabechancengesetz neue Fördermöglichkeiten für Langzeitarbeitslose geschaffen. Wer mehr als ein Jahr lang arbeitslos war, dessen Lohn kann über zwei Jahre mit bis zu 75 Prozent im ersten und 50 Prozent im zweiten Jahr bezuschusst werden. Für Menschen, die sehr lange in Arbeitslosigkeit verbracht haben, ist eine Förderung von fünf Jahren möglich, die in den ersten beiden Jahren 100 Prozent des Lohnes beträgt.

RND/dpa