Freitag , 18. September 2020
Die isländische Fluggesellschaft "Iceland Air" kündigt das gesamte Kabinenpersonal. (Symbolbild)

Iceland Air feuert erst alle Flugbegleiter – und rudert dann wieder zurück

Die isländische Fluggesellschaft Iceland Air muss wegen der Corona-Krise sparen. Nach langen Verhandlungen über das Gehalt des Kabinenpersonals hat die Airline eine große Kündigungswelle eingeleitet – und im letzten Moment doch einen Rückzieher gemacht.

Reykjavík.. Wochenlang hat die isländische Fluggesellschaft Iceland Air mit der Flugbegleiter-Gewerkschaft Flugfreyjufélag Íslands (FFI) über die Vergütung für das Kabinenpersonal gestritten. Am Ende gab es keine Einigung, nur 26 Prozent der Flugbegleiter nahmen das letzte Angebot ihres Arbeitgebers an.

Die Airline veranlasste daraufhin am vergangenen Freitag eine große Kündigungswelle: Alle Flugbegleiter sollten entlassen werden, wie die lokale Zeitung „Iceland Monitor” berichtete. Nun macht die Fluggesellschaft allerdings einen Rückzieher, wie „Fréttablaðið“, die größte Tageszeitung des Landes, berichtet. Demnach habe es am Sonntag neue Verhandlungen gegeben, über die nun bis zum 27. Juli entschieden werden soll. Vorerst ist die Kündigung des Kabinenpersonals damit vom Tisch.

Zunächst hatte die Airline den Plan, fehlende Flugbegleiter durch Piloten zu ersetzen. Konkret sollten ab dem 20. Juli Piloten auch den Bordservice und die Sicherheitsanweisungen übernehmen. Der Service wäre auf ein Minimum heruntergefahren worden.

Kündigungswelle als Folge der Coronavirus-Pandemie

Als Grund für die geplante Neuaufstellung nennt die Airline finanzielle Engpässe wegen der Coronavirus-Pandemie. Laut dem Bericht der Lokalzeitung habe das Unternehmen versucht, durch Gehaltskürzungen die Wettbewerbsfähigkeit aufrecht zu erhalten.

RND/lz