Donnerstag , 1. Oktober 2020
Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) während einer Videokonferenz mit Botschaftern der EU-Mitgliedstaaten. Quelle: imago images/photothek

Scholz wusste seit anderthalb Jahren von Verdacht gegen Wirecard

Schon im vergangenen Februar ist Finanzminister Olaf Scholz über einen Verdacht der Finanzaufsicht Bafin gegen den Dax-Konzern Wirecard informiert worden. Das geht aus einem Sachstandsbericht des Finanzministeriums an die Vorsitzende des Finanzausschusses hervor. Nun nimmt der Bundesrechnungshof Scholz‘ Ministerium und die Bafin ins Visier.

Berlin. Bundesfinanzminister Olaf Scholz weiß bereits seit anderthalb Jahren von einem Verdacht der Finanzaufsicht Bafin gegen den Dax-Konzern Wirecard. Das geht aus einem Sachstandsbericht des Finanzministeriums an die Vorsitzende des Finanzausschusses hervor, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Zuvor hatte die “Frankfurter Allgemeinen Zeitung” darüber berichtet. In dem Bericht heißt es, dass Scholz am 19. Februar 2019 darüber unterrichtet worden sei, dass die Bafin den Fall Wirecard “wegen des Verdachts des Verstoßes gegen das Verbot der Marktmanipulation” untersucht. “Es wurde darauf hingewiesen, dass die Bafin in alle Richtungen untersucht”, heißt es weiter.

Bundesrechnungshof nimmt Bafin und Finanzministerium ins Visier

Der Zahlungsabwickler Wirecard hatte im Juni mutmaßliche Luftbuchungen von 1,9 Milliarden Euro eingeräumt, die Staatsanwaltschaft München ermittelt gegen mehrere ehemalige und aktive Manager.

Auch an Bafin und Finanzministerium war Kritik laut geworden. Am Donnerstag wurde bekannt, dass nun der Bundesrechnungshof beide ins Visier nimmt.

RND/dpa