Montag , 21. September 2020
Ein Greenpeace-Aktivist fliegt mit seinem Gleitschirm in Richtung Fleischwerk des Branchenführers Tönnies in Rheda-Wiedenbrück und landet kurz darauf auf dem Dach. Quelle: Guido Kirchner/dpa

Greenpeace landet mit Gleitschirmen auf Tönnies-Dach – und protestiert

Die Fleischfabrik Tönnies war wegen des massiven Corona-Ausbruchs in die Schlagzeilen geraten und hatte dadurch eine Debatte über die Fleischindustrie insgesamt entfacht. Greenpeace protestierte nun direkt vor Ort für einen grundlegenden Wandel in der Branche. Aktivisten landeten mit Gleitschirmen auf dem Dach des Werks.

Rheda-Wiedenbrück. Mit einer Aktion auf dem Dach des Fleischunternehmens Tönnies in Rheda-Wiedenbrück haben Greenpeace-Aktivisten für einen grundlegenden Wandel in der Fleischindustrie demonstriert. Mit motorisierten Gleitschirmen seien am Donnerstagvormittag zwei Aktivisten auf dem Hauptgebäude gelandet, erklärte Greenpeace.

Die Polizei sei vor Ort, sagte eine Polizeisprecherin der Nachrichtenagentur epd. Zu Einzelheiten zu dem Einsatz äußerte sie sich zunächst nicht. Es gehe aktuell darum, die Aktion zu beenden, ohne dass jemand zu Schaden komme.

Für den Schutz von Klima, Tieren und Gesundheit müsse auf artgerechte Haltung umgestellt, die Tierbestände müssten abgebaut werden, forderte Greenpeace. Nötig seien zudem regelmäßige und strenge staatliche Kontrollen in Ställen und Schlachtbetrieben sowie faire Preise und Arbeitsbedingungen.

Die Politik sei zudem in der Pflicht, Konzentration von Marktmacht in Fleischindustrie und Handel zu beschränken, mahnte die Umweltorganisation an. Die Expansion von Mega-Schlachthöfen müsse begrenzt und regionale Betriebe sollten gefördert werden. Supermärkte forderte die Umweltorganisation dazu auf, Fleisch aus schlechter Tierhaltung aus dem Sortiment zu nehmen.

Nach einer etwa einmonatigen Schließung des Fleischunternehmens wegen des massenhaften Corona-Ausbruchs darf der Schlachtbetrieb nach einer Verfügung der Stadt Rheda-Wiedenbrück von Mittwoch wieder öffnen. Unter Einhaltung von Hygieneauflagen wie Einhaltung von Abständen, Trennung der Beschäftigten durch Plexiglaswände und regelmäßiger Tests sollen rund 600 Mitarbeiter der Schlachtung die Arbeit wieder aufnehmen können.

Mitte Juni waren rund 1500 Beschäftigte positiv auf das Virus getestet worden. Die Landesregierung hatte vorübergehend einen weitgehenden Lockdown für die Kreise Gütersloh und Warendorf verfügt, wo viele Mitarbeiter des Schlachtbetriebs wohnen. Zuvor sollen in dem Werk bis zu 30.000 Schweine am Tag geschlachtet worden sein.

RND/epd

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