Donnerstag , 29. Oktober 2020
Ein Piktogramm deutet in einem Abteil eines Zuges der Deutschen Bahn in der Nähe von Düsseldorf (Nordrhein-Westfalen) auf Internetempfang hin. Die Bahn bietet Zugreisenden ein WLAN für Internet über einen Hotspot an. Damit auch die mobilen Daten im Zug funktionieren werden jetzt neue Fenster in den Fernzügen installiert. Quelle: picture alliance / Friso Gentsch

Damit der Mobilfunkempfang besser wird – Neue Fenster für die Fernzüge der Bahn

Wer kennt es nicht: Eine Langstrecke mit der Deutschen Bahn bedeutet für Reisende bislang ein Hin und Her zwischen gutem Mobilfunkempfang oder fehlendem Netz. Das soll sich jetzt ändern – mit neuen Fenstern in den Fernzügen der Bahn.

Berlin. Die Deutsche Bahn verkündet an diesem Mittwoch weitere Milliardeninvestitionen in den Ausbau der eigenen ICE-Flotte. Für einen besseren Mobilfunkempfang für die Fahrgäste sollen die neuen Züge erstmals mit sogenannten frequenzdurchlässigen Scheiben ausgestattet sein, wie zuvor bekannt wurde.

Bisher sind alle Fenster mit einer wärmeisolierenden Metallschicht ausgestattet, die aber auch Mobilfunkwellen aussperrt. Das Signal wird deshalb über sogenannte Repeater ins Innere der Züge geleitet. Bei den neuen Scheiben ist die Metallschicht so abgeschliffen, dass sie sämtliche Mobilfunkfrequenzen durchlässt.

Trotz Einbruchs von Fahrgastzahlen: Bahn will weiter investieren

Das hat einige Vorteile: Zum einen sind die Fenster deutlich weniger wartungsanfällig. Zum anderen sind sie laut Bahn kompatibel mit allen Mobilfunkstandards und müssen nicht um- oder nachgerüstet werden – etwa wenn bald der neue Standard 5G ausgebreitet wird. Weitere Details will die Bahn am Vormittag gemeinsam mit Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) sowie dem stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden von Siemens, Roland Busch, vorstellen.

Trotz einbrechender Fahrgastzahlen in der Corona-Krise will der bundeseigene Konzern am Ausbau der Kapazitäten im Fernverkehr festhalten. Außer der schon vor Jahren getätigten Bestellung von 137 neuen ICE-4-Zügen, von denen rund 50 ausgeliefert sind, kaufte der Konzern Ende des vergangenen Jahres 17 gebrauchte Doppelstockzüge von der Westbahn. Zudem stimmte der Aufsichtsrat der Anschaffung von 30 weiteren Fernzügen zu.

RND/dpa