Donnerstag , 22. Oktober 2020
Um den Urlaub entspannt zu genießen, sollte auch das Depot sommerfit gemacht werden. Quelle: imago images/CordonPress

Geldanlage: Das Aktien-Depot urlaubsfest machen

Die Sommermonate sind immer der Höhepunkt der Reisezeit: Abschalten, den Alltag vergessen, Energie auftanken. Und das alles möglichst ohne Stress und Ablenkung. Das gilt erst recht für einen Anleger mit einem Aktien-Depot. Mit ein paar Vorkehrungen klappt das auch ganz gut.

Stuttgart. Wer in den Urlaub fährt, will seinen Alltag hinter sich lassen und sich erholen. Da passt es auch nicht, sich Sorgen um sein Aktien-Depot zu machen. Doch gerade die Sommermonate sind nicht selten an den Börsen mit schwankenden Kursen versehen und können daher die eine oder andere Aktienposition in Depots abstürzen lassen.

Damit man als Aktienanleger seinen Urlaub trotzdem genießen kann, sollten in einem Wertpapierdepot verschiedenen Vorkehrungen getroffen werden.

Langfristig orientierte Anleger haben es einfach(er)

Am einfachsten haben es die Menschen, die einen langfristigen Anlagezeitraum mit ihren Aktien-Investments haben. Wer seine Aktien auf Sicht von mehr als zwei, drei, fünf Jahren gekauft hat und von kontinuierlichen Dividendenausschüttungen profitieren will, dürfte für den mehrwöchigen Sommerurlaub wohl kaum die Strategie ändern bzw. einen Depotcheck durchführen und kann seinen Urlaub ohne Vorkehrungen genießen.

Vorkehrungen abschließen wäre hingegen aber eine gute Maßnahme für Anleger, die Aktien nur auf kurze Sicht behalten wollen. Da es sich aber in den seltensten Fällen empfiehlt, gleich das ganze Depot zu liquidieren, könnte eine Depot-Checkliste unter anderem die folgenden Fragen beinhalten wie:

Checkliste erstellen

Welche Aktien sind eher spekulativ, wo muss ich eingreifen? Komme ich mit eventuellen Kurschwankungen bei diesen Positionen klar? Gibt es beispielsweise Wackelkandidaten, die mehr Risiken als Chancen versprechen?

Wer das für sich klar beantwortet hat, kann dann zum nächsten Schritt übergehen. Bei Aktien-Positionen Absicherungen einbauen. Eine solche Absicherung sind zum Beispiel sogenannte Stopp-Loss-Orders mit einem Stopp-Loss-Kurs.

Stopp-Loss-Kurse einstellen

Das bedeutet, dass der Broker bzw. die Bank bei der man sein Depot hat, die Aktien-Position verkauft, wenn der Aktienkurs genau den festgelegten Wert (Stopp-Loss-Kurs) erreicht. Es ist eine Art Verlustbremse, die zugleich einem auch die Gewinne absichert.

Solche Stopp-Loss-Marken sind sinnvoll, jedoch sollten sie mit Bedacht gesetzt werden. Zu nah am aktuellen Kurs angesetzt könnte es passieren, dass schon kleine Kurschwankungen den Verkauf (die Stopp-Loss-Order) auslösen und die Position aus dem Depot verkauft wird.

News-Alerts nutzen

Eine zweite Variante der Absicherung in Zeiten von mobilem Internet und Brokerage ist die Limitbenachrichtigung. Die meisten Broker und Banken bieten einen Service per SMS, E-Mail oder App an, bei dem der Kunde sogenannte Limitbenachrichtigungen bekommt, wenn eine Aktie den Kurs erreicht hat, bei dem man als Anleger über einen Verkauf nachdenken würde. Der Anleger kann dann entscheiden, ob er in dem Moment tatsächlich eine Verkauf-Order auslöst oder nicht.

Datenvolumen vom Smartphone überprüfen

Wer als Anleger mit kurzfristigen Anlagehorizont auf Stopp-Loss-Order oder Kurs-Alerts komplett verzichten, aber die Kontrolle über das eigene Depot im Urlaub auf jeden Fall haben möchte, sollte entsprechend am Urlaubsort technisch ausgestattet sein.

Eine App und ein mobiles Transaktionsnummer-Verfahren (TAN) hat mittlerweile jeder Broker und jede Bank, daher sollte der Fokus lieber dahingehen, sich sicher zu sein, dass beispielsweise das Datenvolumen des Smartphones im jeweiligen Urlaubsland auch reicht. Eine Aktien-Order über öffentliche Hot-Spots oder nicht gesicherte Hotel-WLAN-Verbindungen abzuwickeln ist in keinem Fall empfehlenswert.

Am Ende sollte das Aktien-Depot und dessen Absicherung eines nicht machen: Stress auslösen und den Urlaub vermiesen. Denn wenn das Smartphone andauernd wegen Alerts klingelt oder vibriert, ist der (Familien)Frieden im Urlaub wohl sehr schnell gestört.

Von Christoph Scherbaum/RND