Samstag , 26. September 2020
Vor einem Einkaufszentrum steht eine Figur mit einer Mund-Nasen-Maske. Quelle: Bernd Wüstneck/dpa-Zentralbild/

Mehrheit der Deutschen für Maskenpflicht im Einzelhandel

Der Vorstoß von Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister für ein Ende der Maskenpflicht im Einzelhandel war von den Gesundheitsministern der Länder abgelehnt worden. Aber wie stehen die Deutschen dazu? Eine neue Umfrage gibt Einblicke dazu.

Berlin. Abschaffung der Maskenpflicht im Einzelhandel – zu Beginn der Woche hatte dies die politische Debatte nach einem Vorstoß von Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschafts- und Gesundheitsminister Harry Glawe (CDU) bestimmt. Während der Handel dies gut fände, schmetterten die Gesundheitsminister der anderen Bundesländer den Vorschlag ab. Die Maskenpflicht im Handel gilt vorerst weiter.

Dass dies richtig ist, scheinen auch die Bürger so zu empfinden. Laut dem aktuellen ZDF-Politbarometer finden es 87 Prozent aller Befragten richtig, dass es weiterhin eine Maskenpflicht beim Einkaufen gibt. Diese Mehrheit gibt es demnach unter allen Parteianhängerschaften.

Lediglich zwölf Prozent finden eine weitere Maskenpflicht im Einzelhandel nicht richtig. Generell sind 73 Prozent der Meinung, dass die Mund-Nase-Bedeckungen sehr viel oder viel helfen bei der Eindämmung des Coronavirus. Gar nichts oder wenig in diese Richtung erwarten 26 Prozent der Befragten.

Ein ähnliches Ergebnis hat vor wenigen Tagen auch eine YouGov-Umfrage hervorgebracht.

Ein weiteres Ergebnis der Umfrage: Für 64 Prozent ist die Corona-Krise zurzeit das wichtigste politische Problem in Deutschland. Mit weitem Abstand folgt auf Platz zwei die ökonomische Lage im Land (17 Prozent). Aber: Trotz einiger Corona-Hotspots glauben nur 40 Prozent, dass ihre Gesundheit aktuell durch das Coronavirus gefährdet sei.

Deutsche befürchten mehr Corona-Infektionen durch Sommerreisen

Die Mehrheit der Bürger befürchtet zudem, dass die Urlaubsreisen im Sommer die Zahl der Corona-Infektionen wieder steigen lassen. 69 Prozent glauben, dass die Infektionszahlen in Deutschland sich dadurch deutlich erhöhen werden, wie aus dem ZDF-“Politbarometer” hervorgeht. 28 Prozent gaben an, das nicht zu glauben.

Mehrheit traut Söder Kanzleramt zu

Nach mehreren Monaten Corona-Krisenmanagement trauen zudem deutlich mehr Menschen dem bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder das Amt des Bundeskanzlers zu. Wie aus dem “Politbarometer” hervorgeht, halten 64 Prozent der Bürger, also fast zwei Drittel, den CSU-Chef für geeignet.

Im März waren nur 30 Prozent dieser Meinung, 51 Prozent hatten ihm die Eignung damals abgesprochen. Unter den Unionsanhängern glauben demnach nun sogar 78 Prozent, dass er das Zeug zum Bundeskanzler hat.

Rund die Hälfte gegen Verschärfung des Bußgeldkatalogs

In der Umfrage wurde auch zum derzeit ausgesetzten neuen Bußgeldkatalog gefragt. Schärfere Regeln für Fahrverbote bei zu schnellem Fahren auf Deutschlands Straßen finden demnach nur bedingt Zuspruch in der Bevölkerung. Im aktuellen ZDF-Politbaromter sprachen sich 48 Prozent für eine Verschärfung des Bußgeldkatalogs aus, 52 Prozent der Befragten lehnten diese ab.

Die Umfrage für das ZDF-Politbarometer wurde von der Forschungsgruppe Wahlen zwischen dem 7. und dem 9. Juli durchgeführt. Befragt wurden telefonisch 1226 zufällig ausgewählten Wahlberechtigte. Die Befragung ist repräsentativ für die wahlberechtigte Bevölkerung in Deutschland.

RND/das/dpa