United Airlines hat 36.000 Mitarbeiter auf eine mögliche Zwangsbeurlaubung im Oktober eingestellt.

United Airlines: Fast die Hälfte der US-Jobs sind bedroht

Die amerikanische Fluggesellschaft United Airlines hat wegen der Corona-Krise gewarnt, fast 45 Prozent seiner Mitarbeiter in unbezahlten und unfreiwilligen Zwangsurlaub schicken zu müssen. Die Zwangsbeurlaubungen könnten am 1. Oktober oder kurz danach wirksam werden. Die Corona-Pandemie hat den internationalen Flugverkehr streckenweise zum Erliegen und viele Airlines in große Finanznot gebracht.

New York. Die US-Fluggesellschaft teilte am Mittwoch mit, die Zahl sei ein Worst-Case-Szenario und das Management hoffe, sie unter anderem durch Frühverrentung zu begrenzen. Die Warnung an die Mitarbeiter veranschaulicht die Auswirkung der Corona-Pandemie auf die Luftfahrtbranche.

Bis zu 15.000 Flugbegleitern, 11.000 Beschäftigten im Kundendienst und am Gate, 5500 Mitarbeitern in der Wartung und 2250 Piloten droht eine Beurlaubung, das sind insgesamt 45 Prozent der Angestellten in den USA. Weitere 1300 Beschäftigte unter anderem im Management würden entlassen, teilte die Fluggesellschaft mit.

Die größte Krise der Luftfahrt

"Die Zwangsbeurlaubungs-Zahlen von United Airlines sind ein Schlag in den Magen, aber sie sind auch die ehrlichste Einschätzung, die wir zum Zustand der Branche gesehen haben", sagte Sara Nelson, Präsidentin des Flugbegleiter-Verbandes. "Diese Krise überragt alle anderen in der Geschichte der Luftfahrt, und es ist kein Ende in Sicht."

Die Zwangsbeurlaubungen würden am 1. Oktober oder kurz danach wirksam werden. Vorher darf United niemanden entlassen, eine Bedingung staatlicher Finanzhilfen, die die Fluggesellschaft in Anspruch genommen hat. Mit den in diesem Monat an Mitarbeiter verschickten Warnbriefen soll eine 60-tägige Frist vor Massenentlassungen eingehalten werden.

Milliarden an Staatshilfe

Die Pandemie hat den internationalen Flugverkehr streckenweise zum Erliegen und viele Airlines in große Finanznot gebracht. Die US-Regierung griff den heimischen Fluggesellschaften wie United mit Milliarden an Staatshilfen unter die Arme, doch die Lage blieb kritisch.

United schrieb im ersten Quartal einen Nettoverlust von 1,7 Milliarden Dollar und warnte, im zweiten Quartal zwischen 40 Millionen und 45 Millionen Dollar pro Tag einzubüßen. Experten rechnen nicht mit einer raschen Erholung der Branche.

RND/AP/dpa