Montag , 28. September 2020
Auch im Herbst 2020 wird es voraussichtlich kaum Messen geben. Quelle: picture alliance / dpa

Insolvenzen befürchtet: Corona-Krise bremst Messebranche wohl noch länger aus

Obwohl Reisen bereits wieder eingeschränkt möglich sind, wird es in diesem Jahr wohl kaum Messen geben. Einige Ausstellungen könnten stattdessen digital stattfinden. Doch laut dem Fachverband sind 30 Prozent der Unternehmen für Messebau insolvenzgefährdet.

Köln. Trotz Lockerungen in vielen Bereichen ist die Situation in der deutschen Messebranche weiterhin sehr angespannt. “Wir gehen leider davon aus, dass das noch eine Weile so anhalten wird”, sagte der Geschäftsführer des Fachverbands Messe- und Ausstellungsbau (Famab), Jan Kalbfleisch. Es gebe etliche Unternehmen, die ihren Mitarbeitern das Reisen nach wie vor untersagten – sowohl als Aussteller als auch als Messebesucher.

Insolzvenzwelle bei Messebaubetrieben erwartet

Außerdem seien die Corona-Schutzverordnungen in den Bundesländern sehr unterschiedlich. Das mache es schwierig für Aussteller, die oft auf verschiedenen Messen aktiv sind, ein einheitliches Hygienekonzept vorzubereiten. Für den Herbst rechnet der Verband daher mit einer großen Insolvenzwelle unter den Messebaubetrieben: Etwa 30 Prozent der Unternehmen seien gefährdet, erklärte Kalbfleisch.

Die Kölner Messe hatte Anfang der Woche mehrere für den Herbst geplante Messen abgesagt, die eigentlich als Neustart des Betriebs nach der Corona-Zwangspause geplant gewesen waren. Weil etliche Aussteller jedoch ihr Kommen abgesagt hatten, entschied man sich letztlich für die Absage. Einige Messen – wie etwa die Marketingmesse Dmexco – sollen stattdessen digital stattfinden, andere sind verschoben worden. Die Deutsche Messe AG in Hannover stellt sich im laufenden Jahr auf einen hohen zweistelligen Millionenverlust ein. Auch hier wurden mehrere Ausstellungen abgesagt oder verschoben.

RND/dpa