Freitag , 25. September 2020
BMW hat im zweiten Quartal ein Viertel weniger Autos verkauft als 2019. Quelle: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

BMW-Absatz bricht um ein Viertel ein

Der Autobauer spürt die Folgen der Corona-Pandemie. Nicht nur in Europa bricht der Absatz deutlich ein, auch in den USA müssen die Münchner im zweiten Quartal einen Einbruch von mehr als 40 Prozent hinnehmen. Aber in China liegen die Verkäufe im zweiten Quartal schon wieder über dem vom Vorjahr. Elektrifizierte Modelle sind stärker gefragt.

München. Das zweite Quartal 2020 hat für die Automobilindustrie das erwartet tiefe Absatztal gebracht. Das signalisieren Verkaufsstatistiken des Premiumherstellers BMW. Denn der weltweite Absatz der Münchner ist zwischen April und Juni um gut ein Viertel auf noch knapp 486.000 Fahrzeuge der Marken BMW, Mini und Rolls-Royce geschrumpft.

Die Hiobsbotschaft beinhaltet allerdings auch Lichtblicke. “Eine erfreuliche Entwicklung sehen wir in China, wo unser Absatz im zweiten Quartal bereits wieder über dem des Vorjahrs liegt”, sagt BMW-Vertriebschef Pieter Nota.

Elektroautos im Kommen

Um 17 Prozent auf über 212.000 Autos haben die Verkäufe dort zugelegt. Zumindest auf das Halbjahr gerechnet gegen den allgemeinen Trend stärker gefragt sind auch elektrifizierte Modelle. Hier ist der Absatz von Januar bis Ende Juni um 3,4 Prozent auf 61.652 Fahrzeuge gewachsen.

In Deutschland und dem Rest Europas ist mittlerweile mehr als jeder zehnte verkaufte BMW voll- oder teilelektrisch. Schon die Entwicklung von Tesla hat zuletzt gezeigt, dass Elektromobilität ein Gewinner der Corona-Krise sein dürfte. Der US-Konzern steigert seine Verkäufe in der Krise und ist mittlerweile der weltweit wertvollste Autokonzern.

BMW will von Konjunkturpaket profitieren

An der Börse wird Tesla heute weit höher bewertet als VW, Daimler und BMW zusammen.Weil BMW so viele elektrifizierte Modelle im Angebot hat, wie sonst kein deutscher Hersteller, sind die Münchner zuversichtlich, vom jüngsten Konjunkturpaket des Bundes mit 6.000 Euro Zuschuss beim Kauf eines Elektroautos auch im weiteren Jahresverlauf profitieren zu können.

Was bei den Münchnern zudem für Hoffnung sorgt, ist der Umstand, dass im Juni das konzernweite Absatzminus nur noch neun Prozent betrug also von Monat zu Monat spürbar kleiner wird. Dennoch muss auch BMW Stellen streichen. Bis Ende des Jahres streichen die Bayern rund 6.000 Jobs wenn auch ohne betriebsbedingte Kündigungen.

 

Von Thomas Magenheim/RND