Samstag , 19. September 2020
Im Supermarkt vertriebene Freilandeier haben die Höchstwerte giftiger Stoffe überschritten - und wurden aus dem Sortiment genommen.

Rückruf: Eier mit giftigen Stoffen in Supermärkten gelandet

Ein niedersächsischer Produzent ruft einen Teil seiner Freilandeier zurück. Diese wurden in mehreren Edeka-Märkten verkauft. Die Produkte haben zulässige Höchstwerte dioxinähnlicher Stoffe überschritten.

Melle. Supermarktkunden aufgepasst: Der Produzent Honerkamps Bauernmarkt KG hat Freilandeier zurückgerufen. Es handelt sich um Eier mit der Printnummer 1-DE 0358331 mit einem Mindesthaltbarkeitsdatum vom 10. Juli bis 1. August 2020, teilten das Unternehmen und auch die Seite lebensmittelwarnung.de mit.

Die Eier seien über die Supermarktkette Edeka vertrieben und im niedersächsischen Landkreis Osnabrück und dem angrenzenden NRW-Kreis Herford verkauft worden. Verbraucher können die Produkte ohne Vorlage des Kassenbons im Laden zurückgeben. Die Abnehmer seien bereits informiert und haben die Ware aus dem Handel genommen.

Bei einer Untersuchung sei bei den Eiern eine Überschreitung des Höchstgehalts bestimmter dioxinähnlicher Stoffe festgestellt worden. Dabei handelt es sich um dioxinähnliches polychloriertes Biphenylen (PCB) und nichtdioxinähnliches polychloriertes Biphenyl (ndl-PCB). Diese Bestandteile sind chemische, giftige Verbindungen, die beim Verzehr ein gesundheitliches Risiko darstellen.

Dioxine gelangen über Nahrung in den Körper

Das Bundesumweltamt geht davon aus, dass der Mensch 90 bis 95 Prozent der Dioxine über die Nahrung aufnimmt. Nahezu zwei Drittel dieser Aufnahme erfolgt über den Verzehr von Fleisch und Milchprodukten.

In der Regel sind das chlorhaltige Gemische. “Dioxine reichern sich in Lebewesen vor allem in Fettgewebe an und bauen sich nur langsam ab”, erklärt das Umweltbundesamt auf seiner Homepage. Solche Verbindungen können sich über lange Zeit im Körper ansammeln. Die Halbwertszeit des giftigsten Dioxins (2,3,7,8 TCDD) betrage im Körperfett des Menschen etwa sieben Jahre, das sich am langsamsten abbauende (2,3,4,7,8 Pentachlordibenzofuran) sei erst nach fast 20 Jahren zur Hälfte eliminiert.

RND/ sbu