Der geplante Stellenabbau beim Flugzeugbauer Airbus trifft den Norden Deutschlands hart. Quelle: Mohssen Assanimoghaddam/dpa

Stellenabbau: Airbus will knapp 3200 Jobs in Norddeutschland streichen

Nun macht sich die Krise der Luftfahrtbranche auch bei den Herstellern bemerkbar. Tausende Airbus-Beschäftigte im Norden Deutschlands müssen um ihre Jobs bangen. Grund ist die schwerste Krise in der Luftfahrtgeschichte. Die Gewerkschaft hofft dennoch auf eine Perspektive.

Bremen/Stade/Buxtehude. In Bremen sollen 445 Stellen wegfallen, in Stade 365, in Hamburg inklusive Buxtehude und Fuhlsbüttel 2325 und an weiteren Standorten um die 40. Das bestätigte Airbus am Freitag. Damit könnten im Norden knapp 3200 Jobs gestrichen werden.

Die IG Metall Küste spricht von höheren Zahlen. Noch im vergangenen Jahr war am Standort Hamburg die Zahl der Mitarbeiter um 1000 auf knapp 14 000 aufgestockt worden.

Stellenabbau: Sämtliche Bereiche betroffen

Laut NDR hatte die Geschäftsführung am Donnerstag erstmals seit Bekanntwerden der Kürzungspläne mit den Betriebsräten an den deutschen Standorten über Details gesprochen. Arbeitsdirektor Marco Wagner habe dabei die Zahlen genannt. Wagner sprach dabei laut NDR von der schwersten Krise der Luftfahrtgeschichte. Kein Bereich bei Airbus werde verschont, so der Arbeitsdirektor. Nach der Krise werde Airbus wahrscheinlich insgesamt ein kleineres Unternehmen sein.

Die Gewerkschaft IG Metall Küste kritisierte am Freitag den "Blindflug" des Unternehmens. "Statt mit dem Betriebsrat und der IG Metall nach Lösungen zu suchen, will das Unternehmen mit der Brechstange Arbeitsplätze abbauen. Das ist mit uns nicht zu machen", sagte Bezirksleiter Daniel Friedrich laut Mitteilung. Statt des Kahlschlags solle das Unternehmen lieber eine Perspektive für die Beschäftigten entwickeln. Durch den nicht konjunkturell bedingten Stellenabbau könne Airbus den Anschluss an die Zukunft verlieren. "Wenn die Produktion wieder hochgefahren wird, werden sie gebraucht", so Friedrichs. Die Gewerkschaft plant für den 8. Juli öffentliche Aktionen wie Kundgebungen und Demonstrationen an den Standorten Hamburg, Stade, Bremen, Nordenham und Varel.

Airbus hofft auf Verlängerung des Kurzarbeitergelds

Airbus hatte zuletzt Druck auf die Bundesregierung gemacht. Wenn das Kurzarbeitergeld auf zwei Jahre verlängert werde, könne Airbus in Deutschland 1500 der 5100 gefährdeten Jobs in der Verkehrsflugzeugsparte erhalten, hatte Produktionschef Michael Schöllhorn gesagt. Staatliche Forschungsgelder für die Entwicklung umweltfreundlicherer Flugzeuge könnten weitere 500 Stellen sichern.

Insgesamt sollen in Deutschland 5100 Stellen wegfallen, wie Airbus am Dienstagabend mitgeteilt hatte. Weltweit will Airbus wegen der Corona-Krise 15.000 Stellen streichen. Die Pläne sollen bis Sommer 2021 umgesetzt werden. Airbus beschäftigt in Deutschland nach eigenen Angaben rund 46.000 Mitarbeiter an fast 30 Standorten.

RND/dpa