Dienstag , 20. Oktober 2020
Eine Esprit-Ladenzeile in München. Für einige Standorte des finanziell angeschlagenen Modehändlers Esprit gibt es Berichten zufolge doch noch Hoffnung. Quelle: imago images/ZUMA Wire

Neue Hoffnung: Esprit will bis zu zehn Filialen retten

Der Modekonzern Esprit will offenbar mehr Standorte erhalten als ursprünglich geplant. Für bis zu zehn Filialen besteht noch Hoffnung. Mit dem Sanierungsplan will man bis 2021 wieder profitabel sein.

Der Modekonzern Esprit will jedes zweite seiner Geschäfte in Deutschland schließen – insgesamt etwa 50 Filialen. Für einige der betroffenen Standorte besteht womöglich aber doch noch Hoffnung, wie der “Spiegel” berichtet.

Esprit-Chef Anders Kristiansen sagte gegenüber dem Nachrichtenmagazin: “Für fünf bis zehn Filialen besteht noch Hoffnung: Wenn die Vermieter sehen, dass wir ernst machen mit den Kündigungen der Mietverträge, kommen sie uns vielleicht noch entgegen.”

Der Konzern will 1100 Stellen streichen

Am Mittwoch war bekannt geworden, dass der wegen der Corona-Krise finanziell angeschlagene Modekonzern etwa 1100 Stellen in den Läden und der Verwaltung streichen will, dazu 100 im Ausland. Das Düsseldorfer Unternehmen befindet sich seit rund einem Jahr in einem tief greifenden Umbauprozess. Ende März hatte Esprit ein Schutzschirm-Insolvenzverfahren beantragt. Mit den verbleibenden Standorten und dem Onlinegeschäft wolle Esprit spätestens im Sommer 2021 wieder profitabel wirtschaften.

Egal ob Esprit, Galeria Karstadt Kaufhof oder Tom Tailor: Bekannte Namen schützen in der Textilbranche nicht mehr vor dem Absturz. Fast im Wochentakt mussten seit Beginn der Corona-Krise namhafte Modehersteller und Textilhändler Rettung in einem Schutzschirmverfahren suchen oder gleich Insolvenzanträge stellen. “Wir laufen große Gefahr, dass Traditionshäuser, die unsere Innenstädte seit vielen Jahrzehnten prägen, in die Insolvenz gehen”, warnte Josef Sanktjohanser, Präsident des Handelsverbandes Deutschland (HDE), angesichts der Krise.

rnd/dpa/ma