Dienstag , 29. September 2020
Ein Sommer in Schweden? Besser nicht. Lehrer sollten sich gut überlegen, wohin sie in diesen Sommerferien reisen.

Urlaub im Risikogebiet: Niedersachsen droht Lehrern mit Gehaltsentzug

Die Sommerferien stehen kurz bevor: Niedersachsen warnt vorsorglich seine Lehrer. Wer in einem Corona-Risikogebiet Urlaub macht, könnte im Fall der Quarantäne kein Entgelt bezahlt bekommen.

Hannover. Die Landesschulbehörde Niedersachsen hat Schulleiter darauf hingewiesen, Lehrer namentlich zu melden, die in den Sommerferien in ein Corona-Risikogebiet reisen. Wie die “Hannoversche Allgemeine Zeitung” (HAZ) berichtet, bekommen die Lehrer, die ein Risikogebiet bereisen und dann 14 Tage in Quarantäne müssen, diese Zeit nicht bezahlt – es sei denn, sie können im Homeoffice arbeiten oder anderweitig freigestellt werden. Die Begründung: Wer seiner arbeitsvertraglichen Dienstpflicht nicht nachkommen könne, erhalte kein Entgelt.

Ausgenommen sind Gebiete, die erst nach Reiseantritt zum Risikogebiet erklärt werden. Diese Lehrer müssten zwar den Schulleiter informieren, würden jedoch nicht gemeldet.

Vor der Reise genau informieren

Wie die Behörde betont, sollten sich die Pädagogen vor Reiseantritt sowie nach ihrer Rückkehr beim Auswärtigen Amt und auf der Internetseite des Robert-Koch-Instituts über jeweilige Reisewarnungen informieren. Reisen innerhalb der Europäischen Union sind derzeit zwar möglich, für Finnland, Schweden und Norwegen besteht aber weiterhin eine Reisewarnung – von Reisen nach Irland, Großbritannien und Malta wird aufgrund von Quarantänebestimmungen ebenfalls abgeraten. Laut der “HAZ” gelten die Regelungen erst mal bis Ende August.

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat Verständnis für die Vorgaben des Landes und die Lohnkürzungen für Lehrer, die wissentlich Risikogebiete bereisten, betonte sie gegenüber der “HAZ”. Die GEW mahnt allerdings auch, man dürfe den Schulleitern in dieser Angelegenheit keine weiteren Entscheidungen zumuten.

RND/dale