Samstag , 24. Oktober 2020
Die Philippinen vermuten Ex-Vorstand Marsalek in China. Quelle: Tobias Hase/dpa

Ex-Wirecard-Vorstand Jan Marsalek stellt sich offenbar nicht der Justiz

Der ehemalige Wirecard-Vorstand, Jan Marsalek, will sich offenbar nicht vernehmen lassen. Marsalek habe demnach das Vorhaben, nach München zu kommen, verworfen, berichtet die “Süddeutsche Zeitung”. Wo genau sich Marsalek derzeit befindet, ist unklar.

Jan Marsalek, der ehemalige Vorstand von Wirecard, will sich nicht der Justiz stellen. Das berichtet die “Süddeutsche Zeitung” am Montagvormittag. Demnach wolle Marsalek nicht wie zunächst angekündigt nach München kommen, um sich vernehmen zu lassen. Der aktuelle Aufenthaltsort des Ex-Wirecard-Vorstands ist unklar.

Nach den Daten der philippinischen Einwanderungsbehörde reiste der frühere Wirecard-Vorstand Jan Marsalek am vergangenen Dienstag in das südostasiatische Land ein und am Mittwoch über den Flughafen Cebu weiter nach China. Allerdings zeigten die Videoaufzeichnungen des Flughafens nicht, dass Marsalek das Land verlassen habe, sagte Justizminister Menardo Guevarra am Donnerstag dem Fernsehsender CNN Philippines.

Marsalek war im Wirecard-Vorstand für das operative Tagesgeschäft zuständig und dann fristlos entlassen worden. Die Staatsanwaltschaft München ermittelt bereits seit Wochen gegen Marsalek, Ex-Vorstandschef Markus Braun und zwei weitere noch amtierende Vorstände wegen des Verdachts der Falschinformation von Anlegern.

Markus Braun ist wieder auf freien Fuß

Wirecard hatte am Donnerstag Insolvenz beantragt. Das Unternehmen hat mutmaßliche Luftbuchungen in Höhe von 1,9 Milliarden Euro eingeräumt, weswegen der Vorstand mit der Kündigung von Krediten ebenfalls in Milliardenhöhe rechnete.

Ex-Wirecard-Chef Markus Braun ist gegen eine Kaution von 5 Millionen Euro wieder auf freiem Fuß.

RND/dpa/asu