Sonntag , 20. September 2020
Die beiden Reaktorgebäude des Kernkraftwerk Fessenheim spiegeln sich in der Wasseroberfläche des Rheinseitenkanals. Quelle: Philipp von Ditfurth/dpa

Akw im elsässischen Fessenheim wird stillgelegt

Seit Ende 1977 produziert das Atomkraftwerk am Rhein Strom. Nun wird das Akw im elsässischen Fessenheim endültig abgeschaltet. Für die Region gibt es schon neue Pläne.

Fessenheim. Im elsässischen Fessenheim wird das betriebsälteste Atomkraftwerk Frankreichs endgültig abgeschaltet. Der zweite Druckwasserreaktor soll nach Angaben des Betreibers EDF am späten Montagabend heruntergefahren werden.

Die Stilllegung des Kraftwerks soll am frühen Dienstagmorgen beendet sein. Der erste Reaktorblock des seit Ende 1977 Strom produzierenden Kraftwerks am Rhein war bereits Ende Februar vom Netz genommen worden.

Kritikern galt das Kraftwerk an der Grenze zu Baden-Württemberg schon seit Jahrzehnten als Sicherheitsrisiko. Atomkraftgegner vor allem in Deutschland und der Schweiz hatten sich lange ohne Erfolg für ein Abschalten der beiden Reaktoren eingesetzt. Deutsche Politiker und Umweltaktivisten begrüßten die Stilllegung.

Für Vorbereitungen der Demontage fünf Jahre veranschlagt

Die Region um die Gemeinde Fessenheim im südelsässischen Département Haut-Rhin soll nun zu einem grünen und grenzübergreifenden Vorzeigeprojekt werden. In einem deutsch-französischen Innovationspark sollen Projekte zu nachhaltiger Energiegewinnung umgesetzt werden.

Bis das Gelände des Kernkraftwerks selbst genutzt werden kann, werden jedoch noch Jahrzehnte vergehen. Nach Betreiberangaben sind für die Vorbereitungen der Demontage fünf Jahre veranschlagt, der Abbau selbst dauert dann nochmals 15 Jahre.

RND/dpa