Samstag , 31. Oktober 2020
Für fast jeden dritten Freiberufler erscheint der entstandene wirtschaftliche Schaden durch die Corona-Krise laut einer aktuellen Umfrage existenzbedrohend. Quelle: imago/Westend61

Corona-Krise: Deutlich trübere Stimmung bei Freiberuflern

Im Vergleich zum Vorjahr beurteilen doppelt so viele Freiberufler ihre Geschäftslage als schlecht. Das hat vor allem mit der Corona-Krise zutun. Der Bundesverband der Freien Berufe fordert mehr Unterstützung seitens der Bundesregierung.

Berlin. Unter den deutschen Freiberuflern hat sich die Stimmung im Zuge der Corona-Pandemie deutlich verschlechtert. Das ist das Ergebnis einer Konjunkturumfrage im Auftrag des Bundesverbandes der Freien Berufe (BFB), die dieser am Sonntag veröffentlichte. Danach verdoppelte sich fast der Anteil derjenigen, die ihre gegenwärtige Geschäftslage als schlecht bewerten – von knapp 17 Prozent im vergangenen Sommer auf jetzt nahezu 31 Prozent.

Gut schätzen ihre Situation momentan nicht einmal 29 Prozent der Befragten ein, während es vor Jahresfrist noch mehr als 41 Prozent waren. Für fast jeden dritten Freiberufler erscheine der entstandene wirtschaftliche Schaden existenzbedrohend. Vielfach machten sich Auftragsrückgänge bemerkbar.

Freiberufler sehen pessimistisch in die Zukunft

Die eingetrübte Stimmung gelte für alle vier Gruppen: technisch-naturwissenschaftliche sowie rechts-, steuer- und wirtschaftsberatende Freiberufler, freie Heilberufe und freie Kulturberufe. Allesamt sähen auch dem kommenden halben Jahr pessimistischer als 2019 entgegen: Erwarteten damals gut 11 Prozent eine ungünstigere Entwicklung, seien es derzeit rund 57 Prozent.

An die Bundesregierung richtete der BFB die Forderung, bei ihren Programmen nachzusteuern, „etwa bei der Überbrückungshilfe furch eine Verlängerung sowie einen Unternehmerlohn“. Die rund 1,43 Millionen selbstständigen Freiberufler beschäftigten den Angaben zufolge mehr als vier Millionen Mitarbeiter.

RND/ dpa