Montag , 28. September 2020
Im Kampf gegen unnötiges Wegwerfen von Lebensmitteln sind Handel und Verbraucherschützer skeptisch bei grundlegenden Änderungen am Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD). Quelle: Kathrin Deckart/dpa

Skepsis bei grundlegender Änderung am Mindesthaltbarkeitsdatum

Um unnötiges Wegwerfen von Lebensmitteln zu vermeiden, wird über die Änderung am Mindesthaltbarkeitsdatum diskutiert. Verbraucherschützer lehnen eine neue Kennzeichnung zur Haltbarkeit jedoch ab.

Berlin. Es solle da erhalten bleiben, wo es “zur Beurteilung der spezifischen Eigenschaften eine große Entscheidungshilfe ist” – also vor allem bei frischen, kühlpflichtigen Produkten, betonte der Bundesverband des Deutschen Lebensmittelhandels in einer Stellungnahme für den Bundestag. Aus Sicht der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen hat das MHD einen hohen Bekanntheitsgrad und bietet wichtige Orientierung. “Eine neue Kennzeichnung zur Haltbarkeit lehnen wir ab.” Untersucht werden solle aber, welche Verbrauchergruppen besonderen Informationsbedarf haben.

Grüne fordern Abschaffung für langlebige Produkte

Über Änderungen beim Mindesthaltbarkeitsdatum wird seit längerem diskutiert. Denn viele Verbraucher werfen “abgelaufene” Produkte weg, obwohl sie noch länger genießbar sind. Darum geht es auch in einer Anhörung im Bundestags-Ernährungsausschuss an diesem Montag. Um Lebensmittelverschwendung zu stoppen, fordern die Grünen unter anderem die Abschaffung des MHD für langlebige Produkte wie Nudeln oder Reis auf EU-Ebene. Eine stärkere Standardisierung des MHD könne zudem eine bessere Annäherung an den tatsächlichen Verderb erreichen.

RND/dpa