Freitag , 25. September 2020
Wegen der wochenlangen Schließung von Restaurants zur Eindämmung der Pandemie hatten einige Landwirte Einbußen von um die 60 Prozent der normalen Umsätze. Quelle: Daniel Bockwoldt/dpa

Bilanz zum Saisonende: Spargelbauern unterschiedlich stark von Corona-Krise betroffen

Für die Spargelbauern in Deutschland war diese Saison alles andere als leicht. Zu Beginn der Pandemie blieben ihnen durch das Einreiseverbot die Erntehelfer fern. Zusätzlich hatten sie wegen Schließung der Gastronomie mit erheblichen Verlusten zu kämpfen.

Köln/Pegau. Zum Ende der Spargelsaison ziehen Landwirte eine gemischte Bilanz angesichts der Coronakrise. „Die Betroffenheit ist sehr unterschiedlich“, sagte der Sprecher der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen, Bernhard Rüb, der dpa. So hätten besonders Spargelbauern gelitten, die normalerweise viel Gemüse an die Gastronomie verkauften. Wegen der wochenlangen Schließung von Restaurants zur Eindämmung der Pandemie hätten einige Landwirte Einbußen von um die 60 Prozent der normalen Umsätze gehabt, hieß es auch vom Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverband. Auch der Deutsche Bauernverband sprach von erheblichen Verlusten durch die Schließung der Gastronomie. Zudem habe zu Beginn der Saison das Einreiseverbot für Erntehelfer den Bauern zu schaffen gemacht.

Hohe Nachfrage in Hofläden

Beim Direktverkauf an Hofläden habe es in den vergangenen Wochen hingegen eine sehr hohe Nachfrage gegeben. „Die wurden geradezu gestürmt“, berichtete Rüb. So habe es auch einige Bauern gegeben, die deutliche Zuwächse beim Umsatz verzeichnet hätten.

Bei anderen Höfen bliebe in diesem Jahr mehr Spargel auf den Feldern als in anderen Jahren. Mit einer größeren Pleitewelle unter den Spargelbauern aufgrund von Covid-19 rechne man jedoch nicht.

Lage um Erntehelfer hat sich zum Ende der Saison entspannt

Zu Beginn der Corona-Krise standen dem Bauernverband zufolge etliche Landwirte vor der großen Herausforderung, Erntehelfer zu rekrutieren, das habe sich zum Ende der Saison jedoch entspannt.

Die üblichen Helfer aus Osteuropa hatten im Frühjahr nur sehr eingeschränkt einreisen dürfen. Stattdessen meldeten sich etliche einheimische Freiwillige, von denen über die Saison allerdings auch viele wieder aufgaben, weil ihnen die Arbeit zu hart war oder sie wieder in ihre normalen Jobs und Tätigkeiten zurückkehren konnten. Manche hätten aber auch die ganze Saison durchgehalten, berichten die Verbände – allerdings nur ein Bruchteil.

RND/dpa