Donnerstag , 22. Oktober 2020
Täglich, nicht mehr nur wöchentlich will Westfleisch in Coesfeld alle Mitarbeiter auf das Coronavirus testen lassen. Quelle: Guido Kirchner/dpa

Westfleisch will alle 5000 Mitarbeiter täglich testen

Der Corona-Ausbruch beim Schlachthof Tönnies im Kreis Gütersloh beschäftigt die Republik. Bei Westfleisch im Kreis Coesfeld gibt es aktuell nur wenige Fälle – damit das so bleibt, will die Firma nun täglich Tausende Tests durchführen.

Die Fleischindustrie als Corona-Hotspot: Während aktuell alle Augen auf Tönnies gerichtet sind, war es Anfang Mai die Firma Westfleisch, die im Fokus stand: Die Zahl der Corona-Infizierten stieg drastisch an, Mitarbeiter wurden getestet, isoliert und das Virus weitgehend eingedämmt. Damit dies so bleibt, will Westfleisch im Laufe der kommenden Woche mit täglichen Tests aller 5000 Produktionsmitarbeiter und produktionsnah Beschäftigten beginnen.

“Mit unseren Tests an jedem Wochentag werden wir noch schneller infizierte Personen identifizieren und Infektionsketten entsprechend frühzeitig unterbrechen können”, teilte das Unternehmen mit Sitz im nordrhein-westfälischen Münster am Freitag mit. Aktuell testet Westfleisch bereits im Wochenrhythmus alle Mitarbeiter. Die täglichen Tests sind Bestandteil des Hygienekonzepts, das Westfleisch dem Kreis und der Stadt Coesfeld nach dem Corona-Ausbruch im Mai vorlegen musste.

Das Konzept funktioniert nach Angaben des Unternehmens so: Alle Mitarbeiter passieren beim Eintreten beziehungsweise beim Verlassen der Betriebe automatisch den jeweiligen Testbereich, zum Beispiel in Form von mobilen Testcontainern. “Die Test-Teams an den einzelnen Standorten sind personell so aufgestellt, dass sie über den gesamten Tag verteilt (im Schnitt rund acht Stunden lang) die erforderlichen Testmengen so bearbeiten können, dass für die Beschäftigten keine längeren Wartezeiten entstehen”, betont Westfleisch. Durchgeführt würden die Tests durch Betriebsärzte und extern geschultes Personal, etwa vom Deutschen Roten Kreuz.

Das Konzept funktioniert nach Angaben des Unternehmens so: Alle Mitarbeiter passieren beim Eintreten beziehungsweise beim Verlassen der Betriebe automatisch den jeweiligen Testbereich, zum Beispiel in Form von mobilen Testcontainern. “Die Test-Teams an den einzelnen Standorten sind personell so aufgestellt, dass sie über den gesamten Tag verteilt (im Schnitt rund acht Stunden lang) die erforderlichen Testmengen so bearbeiten können, dass für die Beschäftigten keine längeren Wartezeiten entstehen”, betont Westfleisch. Durchgeführt würden die Tests durch Betriebsärzte und extern geschultes Personal, etwa vom Deutschen Roten Kreuz.

Westfleisch will für gesamte Kosten aufkommen

Das Verfahren – ein Rachenabstrich und PCR-Auswertung – entspricht nach Angaben von Westfleisch dem der amtlichen Tests. “Auf diese Weise werden wir innerhalb von wenigen Stunden die Testergebnisse vorliegen haben und können dann bei Bedarf entsprechend direkt handeln”, erklärt Steen Sönnichsen, geschäftsführender Vorstand der Westfleisch SCE laut Mitteilung. Wie viel die tägliche Testung von 5000 Mitarbeitern kostet, dazu will das Unternehmen keine Angaben machen. “Nur so viel: Für den zusätzlichen Schutz unserer Beschäftigten möchten wir diese Kosten nicht scheuen. Alle entstehenden Kosten übernimmt Westfleisch”, hieß es auf Nachfrage.

Das fleischverarbeitende Unternehmen hatte seinen Standort in Coesfeld vorübergehend schließen müssen, weil gravierende Mängel im Schutz vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus bekannt geworden waren. Fast 300 Mitarbeiter waren positiv auf das Virus getestet worden. In Niedersachsen betreibt Westfleisch Werke in Dissen (Landkreis Osnabrück) und Bakum (Landkreis Vechta). Aktuell sind nach Angaben der Firma noch 14 Westfleisch-Mitarbeiter mit dem Coronavirus infiziert.

Kreis Coesfeld hatte kritische Neuinfektions-Marke bereits im Mai überschritten

Durch den Ausbruch war der Kreis Coesfeld Mitte Mai der erste in NRW gewesen, der die kritische Marke von 50 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen deutlich überschritten hatte. Zwischenzeitlich lag er bei knapp über 100. Für den gesamten Kreis gab es infolge dessen Beschränkungen, die eine Woche andauerten. Restaurants durften im Kreis Coesfeld zum Beispiel erst später wieder öffnen als im Rest von Nordrhein-Westfalen.

So stark betroffen wie der Kreis Gütersloh durch den Ausbruch bei Tönnies war das Unternehmen Westfleisch im Kreis Coesfeld allerdings nie. In Gütersloh liegt der Neuinfektionswert aktuell bei 177,7. Mehr als 1500 Mitarbeiter sind positiv auf das Coronavirus getestet worden. In der Folge hatte NRW in den Kreisen Gütersloh und Warendorf einen eingeschränkten Lockdown verhängt. Durch den massiven Ausbruch bei Tönnies wird weiter über die Bedingungen in der Fleischindustrie diskutiert.

Westfleisch will 10-Punkte-Plan umsetzen

Westfleisch hatte vor einigen Tagen ein 10-Punkte-Programm veröffentlicht, nachdem die Firma nun handeln wolle. Dazu gehört, dass alle Werksmitarbeiter bis zum Jahresende vom Unternehmen eingestellt werden sollen und es keine Zusammenarbeit mehr mit Werksvertragsanbietern mehr geben soll – “unabhängig davon, was der Gesetzgeber in den kommenden Monaten in dieser Hinsicht beschließen wird.” Außerdem kündigte das Unternehmen an, Integrationsmanager für jeden Standort einzustellen und aktiv bei der Wohnraumsuche für seine Mitarbeiter zu helfen um dafür zu sorgen, “dass die Standards der Unterkünfte künftig überall verlässlich oberhalb der gesetzlichen Regeln liegen.”

Nimmt man den Plan wörtlich, soll es dabei nicht nur um grobe Rahmenbedingungen gehen, sondern darum, die vorwiegend aus Osteuropa kommenden Arbeiter in die Gesellschaft einzubringen: Unsere Verbindungen vor Ort haben wir aber in den vergangenen Jahren zum Teil noch nicht gut genug gepflegt”, so Westfleisch in einer Mitteilung Anfang der Woche, “das wollen wir verbessern, Interessen lokaler Gruppen stärker einbeziehen und uns auch deutlich intensiver als bisher in das soziale und gesellschaftliche Leben vor Ort einbringen.”

Von Julia Rathcke/RND