Mittwoch , 21. Oktober 2020
Ein Mitarbeiter des Fleischunternehmens Tönnies arbeitet am 28. Februar 2013 im Schlachthaus in Rheda-Wiedenbrück. Quelle: picture alliance / dpa

Corona-Ausbruch bei Tönnies: Arbeiter attackiert das Unternehmen

Nach dem heftigen Corona-Ausbruch bei Tönnies wirft ein Werkarbeiter aus Rumänien dem Konzern Versäumnisse vor. So habe es zwar ein Fiebermessgerät am Eingang gegeben – aber kein Bedienpersonal. Im “Spiegel” kündigt der Landrat des Kreises Gütersloh an, das Unternehmen nun stark zu kontrollieren.

Ein rumänischer Werkarbeiter aus dem Schlachthof Rheda-Wiedenbrück hat dem Tönnies-Konzern Versäumnisse im Kampf gegen das Coronavirus vorgeworfen. Demnach hatte das Unternehmen vor dem Ausbruch der Seuche in dem Werk zwar ein Fiebermessgerät am Eingang aufgestellt, allerdings zunächst ohne Bedienpersonal. Arbeiter wie er selbst seien “einfach daran vorbeigelaufen”, ohne Überprüfung. Erst zwei Tage bevor alle Mitarbeiter wegen der stark steigenden Infektionszahlen in Quarantäne geschickt wurden, habe das Unternehmen Personal für das Gerät bereitgestellt und mit Messungen begonnen.

Landkreis will Schlachthof nun stark kontrollieren

Tönnies nahm zu dem Vorwurf auf Anfrage keine Stellung. In dem Schlachthof mit rund 6600 Mitarbeitern hatten sich mehr als 1400 Beschäftigte infiziert.

Der Landrat des Kreises Gütersloh kündigte im “Spiegel” an, den derzeit geschlossenen Schlachthof nun stark zu kontrollieren. “Die Firma Tönnies muss erst Vertrauen wieder aufbauen. Erst wenn wir 100-prozentig sicher sein können, dass von dem Betrieb keine Gefahr mehr für die Bevölkerung ausgeht, können wir über eine Wiedereröffnung nachdenken”, so Sven-Georg Adenauer.

RND/ fh