Mittwoch , 28. Oktober 2020
Wirecard droht laut Regeln kein schneller Dax-Rauswurf. Quelle: Tobias Hase/dpa

Wird Wirecard jetzt direkt aus dem Dax geworfen?

Wirecard muss einen Antrag auf ein Insolvenzverfahren stellen, die Aktie brach daraufhin um 80 Prozent ein. Warum Wirecard trotzdem aber kein schneller Rauswurf aus dem Dax droht.

Frankfurt/Main. Auch nach einem Insolvenzantrag von Wirecard droht dem Zahlungsabwickler wohl kein schneller Dax-Abschied. Nur im Falle einer Abwicklung oder einer Abweisung des Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens mangels Masse muss ein Unternehmen laut den Regeln der Deutschen Börse aus einem Auswahlindex „umgehend“ herausgenommen werden. Dass die Börse ein Sanktionsverfahren prüft, hat ebenfalls keine direkte Auswirkung auf die Dax-Mitgliedschaft. Und so schnell wird einem Unternehmen auch die Mitgliedschaft im Prime Standard, der wegen umfangreicher Transparenzvorschriften eine hohe Qualität garantieren soll, nicht entzogen.

Im Herbst fliegt Wirecard wahrscheinlich aus dem Dax

Anders sieht es im Herbst aus: Umgerechnet in absolute Werte sank die Marktkapitalisierung von Wirecard seit vergangenem Mittwoch um fast 13 Milliarden Euro auf nur noch rund 300 Millionen Euro. Damit droht im Herbst auch der Rauswurf aus dem Dax, in den das Papier erst im September 2018 aufgenommen worden war. Damals war Wirecard mit einer Marktkapitalisierung von fast 25 Milliarden Euro wertvoller als die Deutsche Bank.

Als Nachfolger beim aktuell indes so gut wie sicheren Abschied bei der regulären Indexüberprüfung im September gelten der Online-Essenslieferant Delivery Hero und der Aromen- und Duftstoffhersteller Symrise.

RND/dpa