Donnerstag , 24. September 2020
Carsten Spohr (Vorstandsvorsitz der Lufthansa AG) kritsiert verdi: Bei der Aushandlung der Gehaltsverzichte des Bodenpersonals gehen die Gespräche zwischen Lufthansa und der Gewerkschaft nur schleppend voran. Quelle: imago/Ralph Peters/IPON/dpa/RND Montage Behrens

Lufthansa-Chef Spohr: Verhandlungen mit Verdi “enttäuschend”

Mit der Gewerkschaft Ufo konnte sich die Lufthansa kurz vor der wichtigen Hauptversammlung noch einigen. In den Gesprächen mit Verdi scheint es dagegen weniger Bewegung zu geben. Lufthansa-Chef Spohr bezeichnete die Verhandlungen als „enttäuschend“.

Frankfurt/Main. Lufthansa-Chef Carsten Spohr hat von schleppenden Verhandlungen mit der Gewerkschaft Verdi zu Sparbeiträgen des Bodenpersonals berichtet. Während man mit den Piloten in guten Gesprächen sei und mit der Kabinengewerkschaft Ufo bereits eine Vereinbarung getroffen habe, verliefen die Verhandlungen mit Verdi „enttäuschend“, sagte Spohr am Donnerstag in Frankfurt bei der Hauptversammlung. Es müssten schnell große Fortschritte erzielt werden, wenn nicht der Personalüberhang am Boden in betriebsbedingte Kündigungen münden solle. Die Gespräche sollen laut Gewerkschaft am Freitag fortgesetzt werden.

Mit den Flugbegleitern habe man eine Absenkung der Personalstückkosten um 17 Prozent für den Krisenzeitraum erreicht, sagte Spohr. Mit den Piloten peile man ein ähnliches Ergebnis an.

Aktionäre entscheiden über Rettungspaket

Die Lufthansa steht an diesem Donnerstag an einer Wegscheide. Die Aktionäre des Unternehmens entscheiden bei der außerordentlichen Hauptversammlung darüber, ob sie den Staat für rund 300 Millionen Euro als Anteilseigner einsteigen lassen wollen oder nicht.

Damit fest verbunden ist das neun Milliarden Euro schwere Rettungspaket, das in den Wochen zuvor mühsam zwischen Frankfurt, Berlin und Brüssel ausgehandelt worden ist. Platzt der Staatseinstieg ins Grundkapital, ist auch das übrige Rettungspaket aus stiller Beteiligung und KfW-Kredit erst einmal hinfällig.

RND/dpa