Montag , 28. September 2020
Seltenes Bild während der Corona-Pandemie: Eine Passagiermaschine der Lufthansa landet auf dem Flughafen in Frankfurt. Quelle: Boris Roessler/dpa

Lufthansa-Chef Spohr bittet Aktionäre um Zustimmung für Rettungspaket

Bei der außerordentlichen Hauptversammlung der Lufthansa appellierte Firmenchef Carsten Spohr an die Anleger, das Angebot der Bundesregierung anzunehmen. Die Aktionäre entscheiden heute, ob sie den Staat als Anteilseigner einsteigen lassen.

Lufthansa-Chef Carsten Spohr hat auf der außerordentlichen Hauptversammlung für die Annahme des Rettungspakets geworben. “Wir bitten Sie um die Zustimmung, das bedeutet nichts weniger als die Zustimmung zur Rettung der deutschen Lufthansa”, sagte Spohr. “Diese Situation schmerzt uns zutiefst. Zwar öffnen nach und nach die Grenzen wieder, wir bieten nun wieder rund 2000 Verbindungen pro Woche an und bauen unsere Flugpläne kontinuierlich aus. Tatsache ist aber auch, wir sind auf staatliche Unterstützung angewiesen. Ohne das Stabilisierungspaket droht uns juristisch die Zahlungsunfähigkeit.”

Spohr sagte aber auch: “Das Stabilisierungspaket ist kein Geschenk. Wir werden für die Rückzahlung der Kredite hart arbeiten müssen. Wir werden die Personalkosten deutlich senken müssen und benötigen in allen Bereichen Restrukturierungsmaßnahmen.”

Zuvor hatte der Lufthansa-Aufsichtsratsvorsitzende Karl-Ludwig Kley den Mitarbeitern gedankt: “Ich bin beeindruckt wie viel Zuversicht weiterhin besteht. Wir packen das”, sagte Kley.

Scholz und Altmaier werben für Rettungspaket

Auch Finanzminister Olaf Scholz (SPD) und Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hatten noch einmal für das Angebot des Bunds geworben. “Es liegt ein gutes Angebot auf dem Tisch, die Lufthansa-Aktionäre sollten es annehmen”, sagte Scholz. Der Bund bietet der Lufthansa und ihren mehr als einhunderttausend Beschäftigten “in einer beispiellosen Notlage”, Unterstützung an, das Hilfspaket wahre zugleich “die berechtigten Interessen der Steuerzahlerinnen und Steuerzahler.”

Altmaier begrüßte die Entscheidung der EU-Kommission vom Donnerstag, das Stabilisierungspaket für den Luftfahrt-Konzern zu genehmigen. “Damit ist der Weg für das Unterstützungspaket frei”, sagte er. Es sei “richtig und wichtig”, dem von den Folgen der Corona-Pandemie schwer getroffenen Unternehmen zu helfen: “Es geht um über Hunderttausend Arbeitsplätze und es geht um Deutschlands Position auf den Weltmärkten.”

Die Lufthansa-Aktionäre stimmen bei der außerordentlichen Hauptversammlung an diesem Donnerstag darüber ab, ob sie den Staat für rund 300 Millionen Euro als Anteilseigner einsteigen lassen wollen oder nicht. Damit verbunden ist ein 9 Milliarden Euro schweres Rettungspaket. Kurz vor der Hauptversammlung hatte der Großaktionär Heinz Hermann Thiele Zustimmung signalisiert.

ang/RND/dpa