Samstag , 31. Oktober 2020
Ifo-Geschäftsklima verbessert sich deutlich Quelle: Mohssen Assanimoghaddam/dpa

Nach Corona-Einbruch: Ifo-Geschäftsklima verbessert sich deutlich

Die Stimmung deutscher Unternehmen hat sich im Juni kräftig von ihrem drastischen Einbruch in der Corona-Krise erholt. Das Ifo-Geschäftsklima ist um 6,5 Punkte gestiegen. Das ist der stärkste Zuwachs, der jemals gemessen wurde.

München. Die Stimmung deutscher Unternehmen hat sich im Juni kräftig von ihrem drastischen Einbruch in der Corona-Krise erholt. Das Ifo-Geschäftsklima stieg im Vergleich zum Vormonat um 6,5 Punkte auf 86,2 Zähler, wie das Ifo-Institut am Mittwoch in München mitteilte. Dies sei der stärkste jemals gemessene Anstieg, erklärte das Institut. Analysten hatten zwar mit einem Zuwachs gerechnet, diesen allerdings mit 85,0 Punkten im Schnitt etwas schwächer erwartet.

Es ist der zweite Anstieg des wichtigen Konjunkturindikators in Folge, nachdem er im März und April krisenbedingt drastisch eingebrochen war. Die Unternehmen bewerteten ihre momentane Lage im Juni etwas besser, während die Zukunftsaussichten wesentlich besser beurteilt wurden. “Die deutsche Wirtschaft sieht Licht am Ende des Tunnels”, bemerkte Ifo-Präsident Clemens Fuest. Das Geschäftsklima stieg in allen betrachteten Bereichen an, also in der Industrie, unter Dienstleistern, im Handel und am Bau.

Noch keine Rückkehr zur Normalität

Die Umfrageergebnisse des Ifo-Instituts decken sich im Wesentlichen mit den am Vortag veröffentlichten Einkaufsmanagerindizes des britischen Instituts IHS Markit. Auch dort zeigte sich eine deutliche Stimmungsaufhellung. Zahlen aus der Realwirtschaft, also etwa Produktionsdaten, liegen für die jüngsten Monate noch nicht vor. Der positive Trend der Stimmungsindikatoren konnte also noch nicht bestätigt werden.

Bankökonomen kommentierten die Resultate vorsichtig. Zwar sei das Schlimmste der Corona-Krise überstanden, sagte Ulrich Wortberg von der Landesbank Hessen-Thüringen. Von einer Rückkehr zur wirtschaftlichen Normalität könne allerdings noch nicht gesprochen werden.

Risiko einer zweiten Infektionswelle

Ähnlich sieht es die Landesbank Baden-Württemberg: “Das Tief war im zweiten Quartal, ab dem dritten Quartal dürfte es mit den Wirtschaftsdaten kräftig aufwärts gehen”, meinte der Ökonom Jens-Oliver Niklasch. Für die Wirtschaftsleistung der Vor-Corona-Zeit dürfte es aber so schnell nicht reichen, denn es gebe noch Teilbereiche der Wirtschaft, in denen keine Lockerung in Sicht sei. Zudem bestehe das Risiko einer zweiten Infektionswelle.

RND/dpa