Der Konjunkturabsturz im Corona-Jahr 2020 wird heftig - darin sind sich Volkswirte einig. Quelle: Christoph Schmidt/dpa

“Wirtschaftsweise” schrauben Konjunkturprognose noch einmal nach unten

Der Absturz der deutschen Wirtschaft im Corona-Jahr 2020 dürfte heftiger ausfallen als von den “Wirtschaftsweisen” Ende März erwartet. Die Berater der Bundesregierung rechnen nun damit, dass das Bruttoinlandsprodukt in diesem Jahr um 6,5 Prozent schrumpfen wird.

Wiesbaden/Berlin. Auch die “Wirtschaftsweisen”, die die Bundesregierung beraten, müssen ihre Prognose vom März noch einmal nach unten korrigieren:

Die “Wirtschaftsweisen” rechnen nun damit, dass das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in diesem Jahr um 6,5 Prozent schrumpfen wird. ”Die Corona-Pandemie wird voraussichtlich den stärksten Einbruch der deutschen Wirtschaft seit Bestehen der Bundesrepublik verursachen. Wir erwarten, dass jedoch ab dem Sommer eine Erholung einsetzt”, erklärte der Vorsitzende des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, Lars P. Feld, am Dienstag.

2021 soll es wieder aufwärts gehen

Wie andere Experten auch, gehen die “Wirtschaftsweisen” davon aus, dass Europas größte Volkswirtschaft nach der schweren Rezession bereits im nächsten Jahr wieder wachsen wird. Für 2021 prognostiziert der Sachverständigenrat 4,9 Prozent Wachstum. Frühestens im Jahr 2022 dürfte die Wirtschaftsleistung Deutschlands nach Einschätzung des Gremiums wieder auf dem Niveau liegen, das sie vor der Pandemie hatte.

Ende März hatte der Sachverständigenrat als wahrscheinlichstes Szenario für Deutschland einen fünfwöchigen “Lockdown” und in der Folge einen Rückgang des Bruttoinlandsprodukts um 2,8 Prozent angenommen. Für den schlimmsten Fall unterstellten die “Wirtschaftsweisen” in ihrer März-Prognose noch ein Minus von 5,4 Prozent bei der Wirtschaftsleistung im laufenden Jahr.

Düstere Erwartungen für das zweite Quartal

Allein im ersten Quartal 2020 schrumpfte die Wirtschaftsleistung nach Daten des Statistischen Bundesamtes zum Vorquartal um 2,2 Prozent - obwohl in dem Drei-Monats-Zeitraum von den Maßnahmen zur Bekämpfung des Virus im Grunde nur der März betroffen war.

Und die Erwartungen für das zweite Quartal sind ebenso düster - auch wenn mittlerweile etliche Einschränkungen wieder gelockert wurden.

RND/dpa