Mittwoch , 30. September 2020
Wirecard-Vorstandschef Markus Braun sieht das Unternehmen womöglich in einen Betrugsfall verstrickt. Quelle: Lino Mirgeler/dpa

Die Talfahrt der Wirecard-Aktie geht weiter

Nach dem massiven Einbruch am Donnerstag geht der Ausverkauf bei der Aktie von Wirecard zum Wochenschluss weiter. Im frühen Handel bricht der Kurs um fast 30 Prozent erneut ein. Der Dax-Konzern taumelt, denn dieser Freitag ist eine wichtiger Termin für den Zahlungsabwickler – mit Auswirkungen auf die Finanzlage.

Frankfurt/Main. Die Aktien des in einen Bilanzskandal verwickelten Dax-Konzerns Wirecard stehen weiter unter Druck. Anleger verkaufen auch am Freitag massiv ihre Anteilscheine an dem Zahlungsdienstleister. Im frühen Freitaghandel brach der Aktienkurs um mehr als 20 Prozent ein.

Bereits am Donnerstag waren die Papiere um knapp 62 Prozent abgestürzt und hat einen Börsenwert von fast acht Milliarden Euro zerstört, nachdem der Zahlungsdienstleister wegen milliardenschwerer Unklarheiten in der Bilanz seinen Jahresabschluss erneut nicht vorgelegt hatte.

Neben einer erneuten Verschiebung der Zahlenvorlage für 2019 hatte Wirecard am Donnerstag offenbart, dass die Bilanzprüfer Zweifel an der Existenz von 1,9 Milliarden Euro haben, die auf Treuhandkonten in Asien verbucht worden sein sollen.

Am Donnerstag richtete sich der Vorstand auch noch mit einer Videobotschaft an die Aktionäre.

Die Börse ist unter anderem am Freitag erneut nervös, weil dem Konzern der Verlust von Milliardenkrediten droht. Wenn das Unternehmen heute (Freitag) keinen von Wirtschaftsprüfern testierten Jahres- und Konzernabschluss vorlegt, könnten Kredite von etwa zwei Milliarden Euro gekündigt werden. Das hatte der Zahlungsdienstleister am Donnerstag bekannt gegeben.

RND/dpa