Dienstag , 29. September 2020
Continental-Vorstandschef Elmar Degenhart geht davon aus, dass es in Zukunft weniger Businessreisen mit dem Flugzeug geben wird. Quelle: Sina Schuldt/dpa

Videokonferenz statt Flugreise: Conti-Chef sieht Trendwende

Die Corona-Pandemie hat den Alltag der Menschen stark verändert. Auch die Arbeitswelt ist eine andere geworden und ist noch im Umbruch. Beim Dax-Konzern Continental sieht der Chef das auch als positive Seite der Krise.

Hannover. Die Corona-Pandemie hat die Arbeitswelt kräftig verändert – bei Continental sieht der Chef das auch als positive Seite der Krise. “Wir glauben, dass in den nächsten Jahren wesentlich weniger geflogen wird und sich mehr über Videokonferenzen bewerkstelligen lässt”, sagte der Vorstandsvorsitzende des Dax-Konzerns, Elmar Degenhart.

Es zeige sich, dass in der Digitalisierung geschäftlicher Prozesse „das größte Produktivitätspotenzial der Industrie in den nächsten Jahren“ stecke. Beim zweitgrößten Autozulieferer habe das schon jetzt Folgen für die tägliche Arbeit. Vieles werde lockerer, gleichzeitig effizienter: „Es kommt heute niemand mehr auf die Idee zu fragen, ob jemand in eine Videokonferenz mit reingenommen wird oder nicht.“

Bedarf an Büroarbeitsplätzen dürfte künftig sinken

Degenhart erklärte, der stärkere Einsatz von Kommunikationstechnologien und mobilem Arbeiten schule auch das Denken in Netzwerken: “Kontrolle, die über Hierarchie ausgeübt wird, wird durch Digitalisierung abgebaut. Das fördern wir ausdrücklich.” Solche Effekte der Corona-Krise hätten allerdings auch Konsequenzen für den Bedarf an Büroarbeitsplätzen, der absehbar sinke.

„Doch der persönliche Kontakt darf nicht unterschätzt werden“, stellte der Conti-Chef klar. „Dass wir unsere Mitarbeiter ermutigen, ein, zwei, vielleicht drei Tage mobil oder von zu Hause zu arbeiten – klare Sache.“ Viele Beschäftigte berichteten, dass sie im Homeoffice produktiver seien. Einige empfänden das Arbeiten von daheim jedoch auch als anstrengender. In der internen Weiterbildung setzt Continental ebenfalls mehr Online-Instrumente ein.

RND/dpa