Heinz Hermann Thiele, Lufthansa-Großaktionär und Mehrheitsaktionär sowie Ehrenvorsitzender des Aufsichtsrats der Knorr-Bremse AG. Quelle: Knorr-Bremse AG/dpa

Lufthansa-Großaktionär sorgt für neue Spekulationen

Kurz vor der entscheidenden außerordentlichen Hauptversammlung der Lufthansa gibt es neue Entwicklungen. Der Großaktionär des Kranich-Konzerns Heinz Hermann Thiele hat ein großes Aktienpaket an seinem Unternehmen Knorr-Bremse verkauft. Will er mit frischem Geld bei Lufthansa seinen Einfluss ein weiteres Mal vergrößern?

Der Lufthansa-Großaktionär hat sich von einem größeren Anteil an seinem Unternehmen Knorr-Bremse getrennt. Wie aus einer Handelsmitteilung hervorgeht, verkaufte Thiele rund acht Millionen Aktien. Dies entspricht einem Anteil von mehr als 16 Prozent an dem Automobilzulieferer, an dem Thiele bisher über seine Beteiligungsgesellschaft KB Holding fast 70 Prozent gehalten hatte.

Die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtete am späten Donnerstagabend unter Berufung auf ihr vorliegende Dokumente, dass der Preis für die verkauften Papiere bei 91 Euro je Anteilschein liege. Der Erlös für Thiele beträgt damit mehr als 700 Millionen Euro. Der Schlusskurs der Knorr-Bremse-Aktie im Xetra-Hauptgeschäft lag bei 95,31 Euro.

Thiele soll sich mit Finanzminister Scholz treffen

Das lässt Raum für neue Spekulationen zu, wie das “Handelsblatt” berichtet. Der Erlös des Aktienpakets sei für andere private Investments von Thiele gedacht, hieß es zwar weiter, doch würde das frische Geld für Thiele die Möglichkeit geben - bezogen auf den aktuellen Aktienkurs der Lufthansa AG - weitere 15 Prozent an der von der Corona-Krise massiv getroffenen Fluglinie zu kaufen, so das Handelsblatt.

Ebenso berichtet die Zeitung weiter, dass der Lufthansa-Großaktionär sich nach Informationen des Handelsblatt zeitnah mit Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) treffen wolle, in dessen Ressort das Rettungspaket federführend gestaltet wurde.

Es drohen Stellenabbau und herbe Einschnitte

Der neun Milliarden Euro umfassende Rettungsplan für die Lufthansa sieht vor, dass der staatliche Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) im Zuge einer Kapitalerhöhung Aktien zeichnet, um eine Beteiligung von 20 Prozent am Grundkapital der Fluggesellschaft aufzubauen. Zudem sind stille Einlagen von insgesamt bis zu 5,7 Milliarden Euro sowie ein Kredit in Höhe von bis zu 3 Milliarden Euro geplant.

Im Gegenzug für die Hilfe muss die Lufthansa 24 Start- und Landerechte an ihren wichtigen Flughäfen in Frankfurt und München an die Konkurrenz abgeben. Spohr will den Anteilseignern zudem ein Sparkonzept präsentieren. Es drohen Stellenabbau und herbe Einschnitte.

RND/dpa