US-Behörden haben einem Medienbericht zufolge eine Schlüsselfigur im VW-Dieselskandal in Kroatien aufgespürt. Quelle: imago images/Jan Huebner

Dieselskandal: VW-Manager in Kroatien verhaftet

Urlaub sollte Erholung sein. Im Falle eines früheren Audi-Managers könnte dieser nun zum Sprungbrett ins Gefängnis werden. US-Behörden haben einem Medienbericht zufolge eine Schlüsselfigur im langjährigen VW-Dieselskandal in Kroatien aufgespürt.

Axel Eiser heißt der Mann und war früher im Bereich der Dieselmotorentwicklung bei der VW-Tochter Audi tätig. Spätestens seit Anfang vergangenen Jahres war er ein gesuchter Mann, nachdem US-Behörden den Audi-Manager wegen seiner möglichen Beteiligung am Dieselskandal angeklagt hatten.

Nun wurde der Mann laut einem “Handelsblatt”-Bericht von US-Behörden in seinem Urlaub in Kroatien festgenommen. Offenbar hatten die USA schon vor Monaten einen internationalen Haftbefehl gegen Eiser und andere frühere Führungskräfte erwirkt, so die Zeitung weiter.

Zum Kreis der Gesuchten gehöre auch der Ex-Vorstandschef Martin Winterkorn. Die gesuchten Manager hätten aus Sicht der US-Ermittler über die Manipulation von Dieselautos Bescheid gewusst beziehungsweise daran mitgewirkt.

Es drohen harte Strafen in den USA

Die amerikanischen Strafverfolger sehen, so das “Handelsblatt”, den 59-jährigen Eiser als einen der Verantwortlichen für den Betrug bei Volkswagens Premiummarke Audi, bei der Eiser von Oktober 2009 bis 2013 Leiter der Entwicklungsabteilung war. Damit war er auch einer der Verantwortlichen für das Projekt “Clean Diesel” bei Audi. Deutsche Strafverfolger führen Eiser ebenso als Beschuldigten im Dieselskandal.

Dass Eiser festgenommen wurde, liegt an dem Umstand, dass Kroatien wie andere EU-Länder auch, Daten von einreisenden Personen speichert. Dem Audi-Manager droht in den Vereinigten Staaten nun eine harte Strafe.

RND/casc