Eine häusliche Quarantäne dient nicht nur dem Selbstschutz, sondern auch dem Fremdschutz. Quelle: Pixabay

Corona-Quarantäne: Das müssen Sie über die Isolation in den eigenen vier Wänden wissen

Um die Ausbreitung des Coronavirus in Deutschland einzuschränken, setzen die Gesundheitsbehörden auf eine Nachverfolgung von Kontakten. Im Fall einer Sars-CoV-2-Infektion sollen diejenigen ermittelt werden, die engen Kontakt zu Infizierten hatten. Die Quarantäne wird in der Regel vom Gesundheitsamt angeordnet, informiert das RKI. Die rechtliche Grundlage dafür ist das Infektionsschutzgesetz.

Wer muss in Quarantäne?

In Quarantäne müssen laut Verbraucherzentralen Menschen, die ein hohes Risiko hatten, sich angesteckt zu haben. Dazu zählen etwa Menschen, die innerhalb der letzten 14 Tage engen Kontakt zu einem nachweislich infizierten Menschen hatten. Also entweder mindestens 15 Minuten mit ihm gesprochen, von ihm angehustet oder angeniest worden sind.

Die Quarantäne endet nach 14 Tagen aber nicht automatisch, sondern wird vom Gesundheitsamt der entsprechenden Gemeinde aufgehoben. Die Behörde entscheidet auch, ob eine Quarantäne zu Hause erfolgen kann oder stationär im Krankenhaus. “Bei Personen, die wegen einer Covid-19-Erkrankung in häuslicher Quarantäne sind, wird frühestens zehn Tage nach Krankheitsbeginn die Quarantäne aufgehoben, wenn sie seit mindestens 48 Stunden keine Krankheitsanzeichen mehr haben”, so die BZgA. Wird eine Isolation vom Gesundheitsamt angeordnet, sollten Sie Ihren Arbeitgeber und Ihre Krankenkasse darüber informieren.

Besondere Quarantäneregelungen für Haushaltsmitglieder

Viele Gesundheitsämter waren zuletzt unsicher, wie lange eine Quarantäne in Haushalten mit Covid-19-Fällen durchgeführt werden soll. Das Robert-Koch-Institut empfiehlt dazu nach eingehenden Untersuchungen, dass laborbestätigte Fälle mit mildem Verlauf wie bisher für 10 Tage isoliert werden. Erkrankte Haushaltsmitglieder sollen außerdem weiterhin getestet werden, weitere auftretende Fälle werden für 10 Tage ab ihrem eigenen Symptombeginn isoliert.

Auch Haushaltsmitglieder, die nicht erkranken oder mit Atemwegssymptomen erkranken, aber negativ auf SARS-CoV-2 getestet werden, sollen für 14 Tage nach Symptombeginn des erkrankten Haushaltsmitglieds in Quarantäne bleiben - unabhängig davon, ob ein weiterer neuer Fall im Haushalt aufgetreten ist. Nicht erkrankte Haushaltsmitglieder sollen sich dem RKI zufolge von Tag 15 bis 20 wie Kontaktpersonen zweiten Grades verhalten, also Kontakte mit anderen Personen minimieren und sich bei Erkrankung isolieren und testen lassen.

Arbeitnehmer erhalten Lohnfortzahlung

Im Fall einer bestätigten Corona-Infektion können Arbeitnehmer eine Lohnfortzahlung von bis zu sechs Wochen von ihrem Arbeitgeber erhalten, sofern der behandelnde Arzt eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ausstellt. Die Verbraucherzentralen Hessen und Nordrhein-Westfalen weisen zudem darauf hin: “Sollte die Erkrankung länger als sechs Wochen andauern, erhält man als gesetzlich krankenversicherter Arbeitnehmer Krankengeld von der gesetzlichen Krankenkasse.”

Bei einer behördlich angeordneten Quarantäne ohne Corona-Symptome und Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung sind Arbeitnehmer wiederum durch das Infektionsschutzgesetz abgesichert. Um eine sechswöchige Entgeltforzahlung zu erhalten, müssen Angestellte den behördlichen Bescheid über die Anordnung der Quarantäne beim Arbeitgeber einreichen. “Auch Selbstständige können gegen die zuständige Behörde ihren Verdienstausfall bei einer Quarantäne nach dem Infektionsschutzgesetz geltend machen”, teilen die Verbraucherzentralen mit.

Diese Tipps helfen gegen den Quarantäneblues

Schon eine 14-tägige Isolation kann für viele Menschen bedrückend sein, weil sie die Wohnung nicht verlassen und keinen Besuch von Freunden und Bekannten empfangen dürfen. Wer gegen diese Auflagen verstößt, riskiert zudem hohe Bußgelder. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe gibt Tipps, wie der Quarantäneblues bekämpft werden kann:

Schaffen Sie sich eine feste Tagesstruktur mit bestimmten Zielen, die sie an einem Tag erreichen wollen. Bleiben Sie mit Ihren Freunden und Familienmitgliedern in Kontakt, zum Beispiel per Telefon oder über die sozialen Medien. Bleiben Sie auch zu Hause körperlich und mental aktiv, zum Beispiel durch Denkspiele und Turnübungen. Wenn Sie sich angespannt fühlen, probieren Sie Entspannungsübungen aus. Bewahren Sie eine positive Grundhaltung. Sollten Sie trotzdem mit der Situation überfordert sein, kontaktieren Sie die Telefonseelsorge unter Telefon (0800) 111 0 111, oder (0800) 111 0 222, oder 116 123.

Kontaktpersonen sollten zudem ihren Gesundheitszustand genau protokollieren. Zweimal täglich sollten Sie Ihre Körpertemperatur messen und ein Tagebuch führen, in dem Sie merkliche Symptome eintragen.

Diese Hygienemaßnahmen sollten Sie in der Quarantäne beachten

Auch in der häuslichen Quarantäne sollten Hygienemaßnahmen unbedingt eingehalten werden – vor allem wenn mehrere Personen in einem Haushalt leben. Waschen Sie sich regelmäßig die Hände, achten Sie auf die Hust- und Niesetikette und lüften Sie mehrmals Wohn- und Schlafzimmer. Hilfreich ist außerdem eine gründliche Reinigung beziehungsweise Desinfektion von Oberflächen wie Türklinken, Tischen und Ablageflächen.

Haushaltsgegenstände wie Geschirr und Handtücher sollten zudem nicht mit Mitbewohnern geteilt werden. Genauso sollten Sie bestenfalls ein eigenes Bad benutzen und Ihre Wäsche regelmäßig und gründlich waschen.

Dieser Text wurde am 23. Oktober aktualisiert.

Von Laura Beigel/RND