Eine häusliche Quarantäne dient nicht nur dem Selbstschutz, sondern auch dem Fremdschutz. Quelle: Pixabay

Corona-Quarantäne: Das müssen Sie über die Isolation in den eigenen vier Wänden wissen

Um die Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern, setzen die Gesundheitsbehörden auf eine Nachverfolgung von Kontakten. Das bedeutet, sie ermitteln diejenigen, die engen Kontakt zu einer infizierten Person hatten und sich möglicherweise ebenfalls mit dem Virus angesteckt haben. Sind die sogenannten engen Kontaktpersonen identifiziert, müssen sich diese in häusliche Quarantäne begeben. Doch wer gilt eigentlich genau als enge Kontaktperson? Und wie lange kann die Quarantäne andauern? Die wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick:

Wer muss in Quarantäne?

In Quarantäne müssen laut Robert Koch-Institut (RKI) Menschen, bei denen ein hohes Risiko besteht, dass sie sich mit dem Coronavirus infiziert haben. Gemeint sind die sogenannten engen Kontaktpersonen. Um als enge Kontaktperson eingestuft zu werden, muss mindestens eines der folgenden Kriterien erfüllt sein:

Es bestand ein enger Kontakt zur infizierten Person (weniger als 1,5 Meter Abstand), der länger als zehn Minuten andauerte und bei dem es keinen adäquaten Schutz gab, etwa weil kein Mund-Nasen-Schutz getragen wurde. Es fand ein Gespräch mit der infizierten Person statt (weniger als 1,5 Meter Abstand), bei dem es keinen adäquaten Schutz gab. Die Gesprächsdauer spielt keine Rolle. Die infizierte Person war im selben Raum, in dem wahrscheinlich eine hohe Konzentration infektiöser Aerosole vorhanden gewesen ist. Die Aufenthaltsdauer war länger als zehn Minuten.

Auch Einreisende aus Risiko-, Hochinzidenz- und Virusvariantengebieten müssen sich in Quarantäne begeben.

Gibt es Ausnahmen von der Quarantänepflicht?

Enge Kontaktpersonen müssen nur dann nicht in Quarantäne, wenn sie vollständig geimpft oder genesen sind (also innerhalb der vergangenen sechs Monate eine PCR-bestätigte Corona-Infektion durchgemacht haben) und es sich nicht um einen Kontakt mit den Virusvarianten Beta und Gamma handelt, schreibt das RKI.

Einreisende aus Risikogebieten können ihre Quarantäne vorzeitig beenden, wenn sie einen negativen Corona-Test vorweisen können, der frühestens am fünften Tag nach der Einreise durchgeführt wurde. Auch der Nachweis einer vollständigen Impfung oder einer Genesung kann die Quarantänezeit verkürzen. Von der Quarantänepflicht ausgenommen seien zudem alle, die nur durch ein Risiko- beziehungsweise Hochinzidenzgebiet durchgereist sind und dort keinen Zwischenaufenthalt hatten, teilt das Auswärtige Amt auf seiner Internetseite mit. Ebenso wie Personen, die weniger als 24 Stunden in einem Risikogebiet waren oder nur für bis zu 24 Stunden nach Deutschland einreisen, oder nur durch Deutschland schnell durchreisen wollen. Für die Einreise aus Virusvariantengebieten gelten keine Ausnahmen.

Wie lange dauert die Quarantäne?

Das RKI empfiehlt, dass sich enge Kontaktpersonen 14 Tage lang in ihrem Zuhause isolieren sollten, gerechnet ab dem letzten Tag des Kontaktes zu einer zu dem Zeitpunkt ansteckenden Person. Bevor die Quarantäne beendet wird, sollte ein Antigentest durchgeführt werden, um sicherzustellen, dass niemand mit dem Coronavirus infiziert ist. Nur wenn der Test negativ ausfällt und keine Symptome vorhanden sind, kann die Quarantäne aufgehoben werden. Sollten Symptome wie Husten und Fieber während der häuslichen Isolation auftreten, sollte das zuständige Gesundheitsamt informiert werden, rät das RKI.

Für Einreisende aus Risiko- und Hochinzidenzgebieten besteht eine zehntägige Quarantänepflicht. Wer aus einem Virusvariantengebiet einreist, muss sich für 14 Tage in häusliche Quarantäne begeben.

Habe ich während einer Quarantäne Anspruch auf Lohnfortzahlung?

Im Fall einer bestätigten Corona-Infektion können Arbeitnehmer eine Lohnfortzahlung von bis zu sechs Wochen von ihrem Arbeitgeber erhalten, sofern der behandelnde Arzt eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ausstellt. Die Verbraucherzentralen Hessen und Nordrhein-Westfalen weisen zudem darauf hin: „Sollte die Erkrankung länger als sechs Wochen andauern, erhält man als gesetzlich krankenversicherter Arbeitnehmer Krankengeld von der gesetzlichen Krankenkasse.”

Bei einer behördlich angeordneten Quarantäne ohne Corona-Symptome und Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung sind Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen wiederum durch das Infektionsschutzgesetz abgesichert. Um eine sechswöchige Entgeltforzahlung zu erhalten, müssen Angestellte den behördlichen Bescheid über die Anordnung der Quarantäne beim Arbeitgeber einreichen. „Auch Selbstständige können gegen die zuständige Behörde ihren Verdienstausfall bei einer Quarantäne nach dem Infektionsschutzgesetz geltend machen”, teilen die Verbraucherzentralen mit.

Was hilft gegen den Quarantäneblues?

Schon eine 14-tägige Isolation kann für viele Menschen bedrückend sein, weil sie die Wohnung nicht verlassen und keinen Besuch von Freunden und Bekannten empfangen dürfen. Wer gegen diese Auflagen verstößt, riskiert zudem hohe Bußgelder. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe gibt Tipps, wie der Quarantäneblues bekämpft werden kann:

Schaffen Sie sich eine feste Tagesstruktur mit bestimmten Zielen, die sie an einem Tag erreichen wollen. Bleiben Sie mit Ihren Freunden und Familienmitgliedern in Kontakt, zum Beispiel per Telefon oder über die sozialen Medien. Bleiben Sie auch zu Hause körperlich und mental aktiv, zum Beispiel durch Denkspiele und Turnübungen. Wenn Sie sich angespannt fühlen, probieren Sie Entspannungsübungen aus. Bewahren Sie eine positive Grundhaltung. Sollten Sie trotzdem mit der Situation überfordert sein, kontaktieren Sie die Telefonseelsorge unter Telefon (0800) 111 0 111, oder (0800) 111 0 222, oder 116 123.Welche Hygienemaßnahmen müssen während der Quarantäne beachtet werden?

Auch in der häuslichen Quarantäne sollten Hygienemaßnahmen unbedingt eingehalten werden, vor allem wenn mehrere Personen in einem Haushalt leben. Waschen Sie sich regelmäßig die Hände, achten Sie auf die Hust- und Niesetikette und lüften Sie mehrmals Wohn- und Schlafzimmer. Hilfreich ist außerdem eine gründliche Reinigung beziehungsweise Desinfektion von Oberflächen wie Türklinken, Tischen und Ablageflächen.

Haushaltsgegenstände wie Geschirr und Handtücher sollten zudem nicht mit Mitbewohnern geteilt werden. Genauso sollten Sie bestenfalls ein eigenes Bad benutzen und Ihre Wäsche regelmäßig und gründlich waschen.

Dieser Text wurde am 22. Juli 2021 umfassend aktualisiert.

Von Laura Beigel/RND