Samstag , 19. September 2020
Nach der Senkung der Mehrwertsteuer ist die Inflation in Deutschland erstmals seit gut vier Jahren wieder gefallen. Die Verbraucherpreise gaben im Juli gemessen am Vorjahresmonat um 0,1 Prozent nach. Quelle: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dp

Inflation sinkt im Juli – Tanken billiger, Nahrungsmittel teurer

Nachdem die Inflationsrate im Juni noch leicht angestiegen war, dämpfte die Mehrwertsteuersenkung im Juli nun die Preisentwicklung. Haushaltsenergie und vor allem Kraftstoffe waren auf Jahressicht günstiger. Dagegen mussten Verbraucher bei bestimmten Nahrungsmittel tiefer in die Tasche greifen.

Wiesbaden. Nach der Senkung der Mehrwertsteuer ist die Inflation in Deutschland erstmals seit gut vier Jahren wieder gefallen. Die Verbraucherpreise gaben im Juli gemessen am Vorjahresmonat um 0,1 Prozent nach, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag mitteilte.

Die Wiesbadener Behörde bestätigte damit vorläufige Daten. Zum letzten Mal war die Jahresinflation im April 2016 negativ gewesen mit ebenfalls minus 0,1 Prozent.

Tanken wurde deutlich billiger

Deutlich günstiger als im Juli 2019 waren Haushaltsenergie und Kraftstoffe (minus 6,7 Prozent). Nahrungsmittel, darunter Fleisch und Obst, verteuerten sich binnen eines Jahres insgesamt um 1,2 Prozent.

Dienstleistungen hingegen verteuerten sich binnen Jahresfrist überdurchschnittlich um 1,2 Prozent, die Mehrwertsteuersenkung wirkte sich hier kaum aus. So stiegen die Nettokaltmieten binnen Jahresfrist um 1,4 Prozent, da private Haushalte einen großen Teil ihrer Konsumausgaben dafür aufwenden und diese zudem nicht von der Mehrwertsteuersenkung betroffen sind.

Der Friseurbesuch und Pauschalreisen wurden teurer

Für Leistungen beim Friseur und für die Körperpflege (+4,9 Prozent ) und beim Besuch in Restaurants, Cafés und im Straßenverkauf (+1,6 Prozent) mussten Verbraucher trotz Mehrwertsteuersenkung höhere Preise bezahlt werden. Insbesondere saisonbedingt erhöhten sich den Angaben zufolge im Ferienmonat Juli auch die Preise für Pauschalreisen (+16,6 Prozent) und Flugtickets (+4,6 Prozent).

Im Vergleich zum Vormonat Juni sanken derweil die Verbraucherpreise um 0,5 Prozent. Um den Konsum in der Corona-Krise anzukurbeln, hat die Bundesregierung die Mehrwertsteuer vom 1. Juli an für ein halbes Jahr gesenkt: von 19 auf 16 Prozent beziehungsweise 7 auf 5 Prozent. Händlern und Dienstleistern steht es frei, ob und wie sie die niedrigere Mehrwertsteuer an die Verbraucher weitergeben.

RND/dpa