Der Misthaufen als Berg der Weisen in der Flüchtlingskrise

 

Hans-Herbert Jenckel
Hans-Herbert Jenckel

 

(Den Blog.jj führt Hans-Herbert Jenckel, Geschäftsführender Redakteur und Online-Chef der LZ, Kürzel jj. Gastkommentare sind willkommen. )

 

Lüneburg, 28. Januar

Jedes Wochenende werden in Lüneburg Männer nach Übergriffen auf ihre Frauen in den eigenen vier Wänden von der Polizei des Hauses verwiesen und wegen Körperverletzung angezeigt, jeden Tag werden zwischen Flensburg und Fürstenfeldbruck Frauen missbraucht. Diese Typen soll die ganze Härte des Gesetzes treffen.

Doch jetzt stellt sich zur Verwunderung vieler Deutscher heraus, dass auch unter den Flüchtlingen Männer sind, genauso schlimme.

Bei den deutschen Gewalt- und Sextätern gräbt die Ursachenforschung  nach sadistischen Anlagen, schlimmer Kindheit, rasender Eifersucht und nach Minderwertigkeitskomplexen, die die Kerle zu Exzessen treiben.

Bei ausländischen Männern ist die dunkle Macht des fremden Glaubens, der fremden Kultur schuld an Habgier und Brutalität. Und das, obwohl sie nur geduldete Gäste sind. Schon deswegen gehören die Delikte natürlich hier ganz anders, schneller und härter bestraft.

Immer mehr Deutsche finden:  Der Gleichheitsgrundsatz „Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren“ gilt nicht für den „Gast“. Der Grundsatz  muss in Notzeiten wie diesen außer Kraft gesetzt werden dürfen.

Nein, sage ich, er muss geschützt werden. Schützen heißt aber nicht, wegschauen, wegducken und hoffen auf bessere Zeiten, sondern ohne Ansehen Gesetze auch anwenden.

Doch die Opponenten, die sich vor Überfremdung fürchten, argumentieren:  Warum denn nicht mit zweierlei Maß messen, um das Flüchtlingsproblem in den Griff zu kriegen. Der Zweck heilige die Mittel.  Schließlich handeln Politiker nicht anders, biegen sich das Schengen-Abkommen des unkontrollierten Passierens der Binnengrenzen zurecht und die Dublin-Verordnung für die Aufnahme von Flüchtlingen.

Früher nannte man das Willkür, heute dynamische Demokratie oder so.

Und krähen dazu die politischen Alpha-Hähne, heißen sie nun Horst Seehofer, Christian von Stetten oder Wolfgang Bosbach, nur laut genug, wird ja jeder Misthaufen für verängstigte Deutsche zum Berg der Weisen.

Hans-Herbert Jenckel