Donnerstag , 24. September 2020

Die Lüneburg Marketing GmbH scheitert an Eitelkeit und Werbe-Spagat zwischen Tourismus und Kaufhaus Innenstadt

Lüneburg, 23. Dezember
Die Lüneburg Marketing GmbH, die Werbetrommel der Hansestadt, 1998 gegründet, seit ’99 aktiv, könnte eigentlich eine Art Jubiläum feiern. Nur feiert keiner, es gibt auch nichts zu feiern, sondern nur eine Misere zu beklagen. Wenn der Geschäftsführer, der Aufsichtsratsvorsitzende und der City-Manager innerhalb weniger Wochen von Bord gehen, dann droht die Katastrophe. Diese Schieflage kann in diesem Fall nur drei Gründe haben: Fehlbesetzungen, irrlichternde Gesellschafter oder ein Webfehler in den hochgesteckten Zielen der GmbH.

Es war vor gut 15 Jahren eine gute Idee, die Eitelkeiten und Einzelinitiativen von Verkehrsamt der Stadt, Kulturverein, Schaustellern, Kaufleuten oder Marktbeschickern unter einen Hut zu bringen – als Idee. Leider ist Eitelkeit zwar eine Todsünde, aber kaum zu bändigen. So einen bunten Haufen in Schach zu halten, in dem jeder gerne mal als Libero glänzen will ob bei Hansetagen oder Modenschauen, bedarf eines charakterstarken Geschäftsführers.

Die goldene Zeit der Marketing GmbH brach mit Dr. Jan-Peter Halves an und hörte auch mit seinem Weggang nach Bremen vor einem Jahrzehnt auf. Seither zerfällt das Marketing mehr und mehr in Einzelinteressen, suchen die Geschäftsführer nach kurzer Zeit wieder das Weite, die GmbH flackert auf Sparflamme.

Das schadet zurzeit nicht so, weil Lüneburg sich von alleine vermarktet, ob bundesweit über die Erfolgs-Telenovela Roten Rosen, über Hunderte Baudenkmäler und Sehenswürdigkeit oder eine großartige Einkaufsatmosphäre.

Lüneburg hat deswegen die große Chance, das Feld neu zu bestellen. Es ist eine Überlegung wert, Tourismus und City-Management, also externe und interne Werbung zu trennen.

Tausendsassa Heiko Meyer mit seiner Kaufmanns-Truppe LCM könnte durchaus selber das Kaufhaus Innenstadt bespielen. Er hat genug Geschick, Kräfte dafür zu bündeln. Ein Tourismus-Manager könnte sich auf neue Gäste-Schichten für Lüneburg konzentrieren. Das wäre das Ende des Spagats, mit wenig Geld beide Werbefelder zu spielen. Und angesichts der nicht enden wollenden Geschäftsführer-Misere in Lüneburg ein Versuch wert.
Hans-Herbert Jenckel