Freitag , 30. Oktober 2020

Der stotternde Lüneburger Job-Motor

 Lüneburg, 2. Juli 2014

„Die Arbeitslosenzahlen sind gesunken, und der Stellenmarkt zeigt sich stabil . . .  eine robuste Startposition in die Sommermonate.“  Das sagt der Chef der Arbeitsagentur Mittwoch in der LZ zu den aktuellen Arbeitslosenzahlen für Juni.

Mittwoch hat  Pickenpack, einer der großen Arbeitgeber der Stadt in einem der wichtigen Produktionszweige, diese optimistische Einschätzung mit einer Ankündigung konterkariert: Pickenpack entlässt 170 Mitarbeiter.

Das ist ein Schlag für den Lüneburger Arbeitsmarkt,  den er nicht verkraftet. Denn so wichtig die Nahrungsmittelindustrie für Lüneburg ist, so anfällig und schwindsüchtig ist der Arbeitsmarkt für diese Branche mittlerweile. Aus der Stärke, die die Wirtschaftsförderung für Lüneburg  in diesem Sektor diagnostiziert hat, ist oft genug eine Schwäche  geworden.  Die Parallelen zum Niedergang des ehemals stolzen Bekleidungsindustrie-Standortes Lüneburg sind frappant.

Die Lokalpolitik ist deswegen gefordert, mehr noch als bisher den Weg für junge Firmen in neuen Märkten zu ebnen, gemeinsam mit Kammern und vor allem der Universität.

Gerade die hundert Millionen Euro, die an der Uni Lüneburg in den Innovations-Inkubator fließen, letztlich eine Anhäufung von Wissen, das Arbeitsplätze in neuen Branchen schaffen soll, diese Millionen sind pure Mittel der Wirtschaftsförderung, sie sind ein Versprechen.  Es gibt zarte Pflänzchen, die mit Inkubator-Geld wachsen, aber von einem Job-Motor zu sprechen, wäre verfehlt, da fehlt Strahlkraft.

Es stellt sich vielmehr bei hundert Millionen die Frage, was macht bei dieser Unterstützung den Unterschied zur lange bestehenden Existenzgründung im e.novum zum Beispiel.  Zeit für eine Bilanz, höchste Zeit für mehr Impulse, damit Lüneburg  nicht nur demografisch ein Wachstumsmarkt ist, sondern auch wirtschaftlich.

Das ist umso bedeutsamer, als die Anschubfinanzierung von außen, in diesem Fall von der Europäischen Union, künftig spärlicher ausfällt für die Region und auch der Millionen-schwere Inkubator der Uni ausgereizt ist.

Hans-Herbert Jenckel